mehrere Kinder

Wie soll es weitergehen in den Kitas und anderen Berufsfeldern, in denen Erzieher*innen arbeiten?

Angelika Mauel

08.02.2021 | Fachkommentar Kommentare (2)

Erzieher*innen aus dem Elementarbereich schreiben und unterzeichnen offene Briefe oder Brandbriefe wie nie zuvor! Sie lassen sich interviewen und die ersten Kita-Fachverbände wurden gegründet. Lauter Zeichen, die einerseits auf Angst vor Corona, aber auch auf einen starken Willen zur Veränderung hindeuten.

Der Gründer von #Kitahelden, Andreas Ebenhöh hat in den sozialen Medien fast 30.000 Follower*innen. Mit seinen Gesprächspartnern im Video-Chat löst er unter Kita-Fachkräften mehr Diskussionen aus als diverse seriöse Fachzeitschriften zusammen. Sein Stil behagt längst nicht jedem und ihm wird vorgeworfen, dass er nur Geld verdienen wolle. - Als ob ihm keines für seine Arbeit für bessere Arbeits- und Betreuungsbedingungen in Kitas zustehen würde! Schon möglich, dass seine mit viel Lob für die „Kitahelden“ verbundene Kritik einigen zu sehr am Lack der modernen Kinderbildungsparadiese kratzt. Ebenhöh lässt sich anmerken, was er denkt und von Kita-Fachkräften erwartet: Dass ihnen das Kindeswohl und ihr eigenes Wohlbefinden wirklich wichtig ist und dass sie sich erfolgreich dafür einsetzen. (Fachkräfte müssen nicht jeden Sch... mitmachen.)

Welche Veränderungen bahnen sich an?

Wird noch mehr gejammert als vor Jahren oder fangen Erzieherinnen und Erzieher an, die Grenzen des Zumutbaren für sich und die ihnen anvertrauten Kinder festzulegen und einzuhalten? - Und das soll ausgerechnet in einer Zeit „losgehen“, in der Eltern ganz besonders auf Kitas angewiesen sind, wie die neuste Umfrage der Bertelsmann Stiftung ergeben hat? (Quelle) Während einer Krise, in der Risiken schwer einzuschätzen sind (Quelle) und „die Sozialen“ bloß nicht sagen sollen „Ohne mich“ oder „Ohne uns!“  

Die mehr auf die Interessen ihrer Anzeigenkunden als auf die Nöte und Informationsbedürfnisse der Erzieher*innen in Krippen und Kitas abgestimmten Fachzeitschriften wirken gegen Ebenhöhs unkonventionelle und aufrichtige Video-Auftritte allzu brav. Zur Courage ermutigt zu werden, ist das, was mittlerweile viele mehr anspricht als rezepthafte Anleitungen zur geschmeidigen Anpassung an das Betreuungsystem. Träger zahlen die Rechnungen für die abonnierten Hefte und Arbeitsmappen mit den vielen Reklameeinlagen, die – nicht nur aus Zeitmangel – oft nur flüchtig oder gar nicht mehr gelesen werden. Erzieher*innen tauschen sich mittlerweile eher online über Berufsrelevantes aus. Und das liegt nicht allein an Corona!    

Erzieher*innen sind in sich erheblich voneinander unterscheidenden Berufsfeldern tätig

Sie arbeiten in der ambulanten, teilstationären oder stationären Kinder- und Jugendpflege und sind in den verschiedensten Schulformen als Schulbegleiter*innen oder in der OGS angestellt. Manche fahren im Auftrag des Jugendamtes als Familienpfleger in Privathaushalte, andere kümmern sich im Schichtdienst um Erwachsene in Heimen und Wohngruppen. Ihr berufliches Engagement erstreckt sich auf junge Mütter, in Frauenhäuser geflohene Frauen, Drogensüchtige, Obdachlose und Menschen, die von Behinderungen betroffen sind. Sie arbeiten gemeinsam mit angestellten Sozialpädagog*innen, Heilpädagog*innen, Ergotherapeut*innen, Motopäd*innen und anderen Fachkräften und setzen sich überall für Inklusion ein. Sie betreuen in der Filmbranche Minderjährige während der Dreharbeiten und achten auf die Einhaltung der Pausen und des Jugendschutzes. Sie arbeiteten vor Corona in der Tourismusbranche und in Kurkliniken... Und längst nicht überall können sie sich so frei und regelmäßig untereinander austauschen wie es zwischen den Fachkräften in Kitas und Schulen möglich ist. Allen aber dürfte bewusst sein, wie groß die Stellenauswahl für sie ist. 

Was haben „die anderen Erzieher*innen“ zu sagen?

Es gibt Arbeitsbereiche, in denen Erzieher*innen höheren Risiken ausgesetzt sind als in Krippen und Kitas. Zum Beispiel dort, wo Messer oder Flaschen in ihre Richtung geworfen werden. Belastend ist es auch, wenn negativ auf Sars-CoV-2 getestete Kräfte unter Arbeitsquarantäne gestellt werden, was eine soziale Isolation und eine enorme Freiheitsbeschränkung mit sich bringt. Ob „nur“ positiv getestete Heimerzieher*innen eigentlich wie Pflegende in Krankenhäusern und Altenheimen durchgearbeitet haben? Längst nicht überall wäre es zu verantworten, Fachkräfte über Zeitarbeitsfirmen anzufordern. 

Arbeiten Erzieher*innen in Pflegeheimen und ist in ihrer Stellenbeschreibung keine Körperpflege vorgesehen, pflegen viele trotzdem. „Eigentlich hätten wir die Bewohner im ersten Stock zwei Wochen lang nicht duschen dürfen. Aber eine von uns wusste das anscheinend nicht und hat die grauhaarige Elke mit dem Down-Syndrom geduscht. Elke hat gequietscht vor Vergnügen und allen ging es besser!“ - Manche Erzieher schaffen es vor lauter Mitgefühl nicht, Regeln einzuhalten. So wie Eltern, die Geburtstagsfeiern für ihre Kinder stattfinden lassen.

Fehlt ein Betriebsrat, wissen viele Arbeitnehmer*innen nicht, dass sie sich von ihrem Arbeitgeber eine Stellenbeschreibung aushändigen lassen können. Auch mangelt es (noch) an einem beständigen Austausch zwischen den Erzieher*innen aus den verschiedenen Bundesländern. Bildung ist Ländersache und nicht jede Betreuungsform kommt in jedem Land vor. Durch den Ausbau der offenen Ganztagsschulen schlossen viele von Elterninitiativen gegründete Horte, aber auch offene und halboffene Treffs. Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche, die in der Schule gehänselt und getriezt wurden, entspannter ihre Freizeit verbringen und Freunde finden konnten. Eine Besonderheit der offenen und halboffenen Treffs: Anmeldungen sind nur für spezielle Veranstaltungen oder Ausflüge erforderlich. Schüler können unangemeldet nach Belieben kommen und gehen. - „Wenn ich nicht hingehe, bin ich eben ein Hauskind“, meinte eine Siebenjährige.

Nachdem Kita-Fachkräfte losgelöst von einer Unterstützung durch eine Gewerkschaft immer öfter mit ihren Anliegen an die Öffentlichkeit gehen, zeigen sie ihren Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Doch weil „die Sozialen“ in allen „Frauen- oder Care-Berufen“ bislang immer wieder vieles ermöglicht oder nicht verhindert haben, was sie nicht in Ordnung fanden, mögen Politiker sich nicht vorstellen, dass ein Ende der Duldsamkeit in Sicht ist. Forderungen nach besseren Arbeits- und Betreuungsbedingungen lassen sich nicht bis zum „Sankt-Nimmerleinstag“ verschieben. 

Ausgerechnet die „Kindergärtner*innen“ unter den Erzieher*innen scheinen am Punkt der Erkenntnis angelangt zu sein, dass Verdi und die GEW nicht die optimale Interessenvertretung gegen viele, lange tolerierte Missstände in Krippen und Kitas sind. Andreas Ebenhöh hat in seinen Videos mehr als einmal bekundet, dass verdi und die GEW Einladungen zu Diskussionen mit ihm nicht angenommen haben. Beide Berufsverbände haben außer Andreas Ebenhöh auch andere kritische Erzieherinnen und Erzieher ignoriert. Wie Politiker, die anstelle Fragen zu beantworten allenfalls Schreiben verschicken lassen, was ihre Partei oder sie selbst alles bereits geleistet hätten... 

Vielleicht dauert es nicht mehr lange, bis auch die Erzieher*innen aus anderen Berufsfeldern klarstellen, was nicht so weitergehen kann wie bisher... Der chronische und nicht zu Ende gehende Erzieher*innenmangel betrifft alle Bereiche, vor allem aber jene, wo eine Unterstützung durch Laien auch im Notfall ausgeschlossen ist. „Wenn der Betreuer unseres autistischen Sohnes krank ist, müssen wir ihn immer wieder aus der Schule abholen. Die ungelernten Vertretungen verstehen es nicht, ihm beizustehen.“ 

In allen Bereichen, in denen Erzieher*innen arbeiten, liegt einiges im Argen

Während in tarifgebundenen Einrichtungen die Gehälter der Erzieher*innen über Jahre anstiegen, dümpelten sie in nicht tarifgebundenen auf einem Niveau dahin, dass zahlreiche Mitbürger*innen immer noch glauben lässt, der Beruf sei insgesamt „grottenschlecht“ bezahlt. - Das aber ist er mittlerweile nach der Auffassung bodenständig-genügsamer Fachkräfte nicht mehr. Bedenkt man jedoch, welche Honorare auf dem Bildungssektor tätige Firmen und externe Berater, Mediatoren und Supervisoren verlangen und erhalten, dann können wir immer noch finden, dass unsere Arbeit unangemessen entlohnt wird. Tatsächlich aber denken vermutlich mehr Erzieher*innen insgeheim, dass etliche Berater für ihre Bemühungen wesentlich mehr Geld erhalten als sie verdienen.

Ist es nicht ein Skandal,  welche Summen für Evaluationen, Zertifizierungen und  Rezertifizierungen aufgebracht werden und welcher Aufwand in Kitas und anderen Bildungs- und Erziehungsorten für entbehrliche „Auszeichnungen“ betrieben wird? Wann hören wir auf, weiterhin gute Miene zum uns aufoktroyierten „Zwangsspiel“ zu machen? Es muss nicht immer um „mehr“ gehen. Manchmal ist auch „weniger“ angesagt. - Zum Beispiel weniger Kinder pro Gruppe und keine Schaumschlägerei rund um die Bildung!

Es ist absurd, dass Externe, die mit dem Team ein den Vorstellungen des Trägers entsprechendes Konzept entwickeln sollen, ein hohes Honorar bekommen, während Fachkräfte aus den Kitas vermutlich am Wochenende bereit wären, für weniger Geld ein stimmigeres zu erstellen. - Ausschreibungen wie für Bauvorhaben im öffentlichen Dienst? - Undenkbar wenn es um die Performance für so genannte „Vorzeigekitas“ geht... Ab wann ist mit Überwachungskameras zu rechnen? Für uns steht „die Transparenz der Arbeit“ in etlichen Konzeptionen. Als ob unsere arbeitsrechtlichen Verpflichtungen zur Verschwiegenheit nichtig wären! Selbst wenn wir es wollten: Wir dürften gar nicht „gläsern“ sein! Die Schattenseite vieler Vorhaben, uns zu entlasten, lässt sich bitterböse auf den Punkt bringen: Man legt keinen Wert auf unsere Gedanken! Die Devise lautet: „Macht gefälligst den Gruppendienst! Wir entscheiden gern über eure Köpfe hinweg.“

Erzieher*innen haben arbeitsrechtliche Verpflichtungen zur Verschwiegenheit lange beachtet

… und sich vermutlich des öfteren mündlich, aber nur selten schriftlich beim Träger beschwert. Doch erst wenn sie schriftlich formulierte Überlastungsanzeigen einreichen und individuelle Gefährdungsbeurteilungen vom Arbeitgeber fordern, haben sie dafür gesorgt, dass ihr Arbeitgeber reagieren muss. Ansonsten kann es weitergehen wie eh und je. Getreu dem alten Sponti-Spruch „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!“ könnte während der Corona-Krise der Druck auf „die Sozialen“ kontinuierlich -  immer wieder andere Anweisungen – erhöht werden. Mit Auswirkungen, die sich erahnen, (Quelle) angesichts des Auftretens von Mutanten aber nur schwer einschätzen lassen.  

Die AHA+L-Regeln werden eingehalten und die Erde ist eine Scheibe

Während Lehrkräfte im Präsenzunterricht meist FFP2-Masken tragen, sieht es bei den Nicht-Lehrern anders aus. Bunte Lässigkeit ist in mancher Nachmittagsbetreung angesagt. Rutschende Stoffmasken im Gesicht, ab und an tragen Betreuer*innen ihre Maske am Handgelenk und die Kinder schlenkern mit den ihren herum und machen Quatsch. Anders als für öffentliche Verkehrsmittel und Lebensmittelgeschäfte gilt in Schulen noch keine Pflicht, medizinische oder FFP2-Masken zu tragen. Warum ist das so? Warum spendiert man nicht allen Erwachsenen dort die besten Schutzmasken, wo doch die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs das oberste Ziel sein soll? - Es liegt an den Pausenregelungen. Lehrer*innen können nach zwei Unterrichtsstunden meist kurz ihre Maske abseits der Menge absetzen und für eine kleine Weile frei atmen. Schulbegleiter*innen aber arbeiten immer „am Kind“, sind in seiner Nähe und das manchmal über mehrere Stunden. Würde ihnen und den mit der Aufsicht über eine Gruppe betreuten OGS-Kräften an Schulen das Tragen einer FFP2-Maske abverlangt, müsste der Arbeitgeber auch für Phasen sorgen, in denen ohne Maske eine leichte Arbeit ausgeübt oder eine Pause gemacht werden kann. - Das aber will man vermeiden. 

Eine Schulbegleitung: Ich trage in öffentlichen Verkehrsmitteln und der Schule stundenlang FFP2, insgesamt zehn Stunden pro Tag. Ich kann bald nicht mehr, aber weniger Schutz ist mir zu riskant. Ich esse auch nie mit den anderen gemeinsam, sondern nehme die Maske nur ab, wenn ich Abstand halten kann. Als ich nach am Arbeitsschutzgesetz orientierten Pausenregelungen gefragt habe, bekam ich nur zu hören, ich müsse doch gar nicht FFP2 aufsetzen. „Sie können jederzeit eine Stoffmaske haben.“ - Ich will mich aber nicht mit einer Stoffmaske infizieren wie einige Kollegen.

Schon lange gelten Erzieher*innen als Hochrisikogruppe für Burnout

Öfter als die Berufskolleg*innen aus anderen Tätigkeitsfeldern bekunden Erzieher*innen aus Krippen und Kitas, dass der Beruf immer noch ihr Wunschberuf oder Traumjob sei. Als ob sowohl Sars-CoV-2 als auch die bereits seit Jahren beanstandeten Betreuungskonditionen ihnen nichts anhaben könnten. Doch eine besonders hohe Berufszufriedenheit und gehäuft auftretende psychische Zusammenbrüche bei Erzieherinnen mit beachtlichen Fehlzeiten im Beruf passen nicht zusammen.

Wo steht geschrieben, in welchen Berufsfeldern besonders viele Erzieherinnen – oder Erzieher von psychischen Krankheiten betroffen sind? In welchen Altersgruppen oder nach wie vielen Berufsjahren treten verstärkt Erkrankungen auf? Reden müsste man auch darüber, ob nicht manches angebliche Burnout schon seit vielen Jahren nur eine gesunde Reaktion auf einen viel zu hohen Krankenstand in den Einrichtungen war. Nach der zweiten oder dritten Influenza – zum Teil mit bakterieller Sekundärinfektion! - mag es sich um einen Akt der Selbsthilfe gehandelt haben, wenn Erzieher*innen sich wegen angeblicher Depressionen den gelben Schein geholt haben.

Darauf, dass es schwierig sei, einer bestimmten Personengruppe aufgrund ihres Berufes ein höheres Depressionsrisiko zuzuschreiben, weist der Psychiater und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe hin. Zahlen sollten vorsichtig interpretiert werden (Quelle).

Inwieweit können durch Konflikte im Team Erschöpfungsdepressionen und Krankschreibungen begünstigt werden? Im Erzieherberuf tätige Mütter und auch die wenigen Väter erwarten verständlicherweise wie andere Arbeitnehmer*innen, dass Rücksicht auf ihre familiären Belange genommen wird. In manchen Großteams herrscht diesbezüglich unter diesen ebenfalls schon mal „unsere Eltern“ genannten Kollegen Einigkeit. Den Kinderlosen wird gern gesagt, sie sollen sich doch solidarisch verhalten. So lange, bis sie genug von der Einbahnstraße „Solidarität“ haben. Dann geht es andersrum und der Träger übt auf die Eltern Druck aus: „Frau S. hat wirklich viele Überstunden und Extradienste übernommen. Nun müssen Sie aber auch mal...“

Wie anstrengend ist die Arbeit mit vielen pädagogischen Laien, wie sie vor allem in der Nachmittagsbetreuung der Schulen üblich ist? „Unser Künstler hat heute wieder ein Kind porträtiert. Dabei ist ihm nicht aufgefallen, dass Kinder im ersten Stock auf der  Fensterbank gesessen und mit nach draußen baumelnden Beinen Schnick-Schnack-Schnuck gespielt haben.“ - „Unsere Jungs sind von Mike total angetan und tragen ihre Masken unter der Nase wie er. - Und die Mädchen himmeln ihn mittlerweile an: „Mike hat gesagt, wir sind alles gesunde Kinder. Wir müssen gar keine Maske tragen.“ - Ist es eigentlich ein Vorurteil, dass mehr Männer und Jungen es mit Regeln nicht so genau nehmen? - Vielleicht. In Kinderheimen allerdings gibt es einige an einer Fachschule der Bundeswehr ausgebildete Erzieher*innen, die in mancher Schule dafür sorgen würden, dass Lehrer und OGS-Kräfte nicht mehr dazu einladen, Regeln zum Schutz vor einer Infektion zu missachten. 

Es muss uns und den Eltern zu denken geben, wenn Erzieher*innen unter „Benzos“ (Quelle/Quelle) oder anderen Drogen Kinder betreuen. Liegt es an einem „Aspirin für die Gefühle“ dass manche Fachkraft aufgesetzt fröhlich und energiegeladen wirkt? - Bis zum nicht mehr zu leugnenden Zusammenbruch. Dann ist das Stauen groß. Ausgerechnet die, die immer so viel geschafft hat? Und doch haben meist einige etwas wahrgenommen. Manchmal finden Kinder eine früher geliebte Kraft „irgendwie komisch“ und suchen nicht mehr ihre Nähe. Eine Gewichtszunahme kann verschiedene Ursachen haben. Bewegungsmangel – oder Psychopharmaka oder mehr Alkohol als sonst? Ein allgemeines Problem, nicht nur eins der Erzieher*innen, die ihre Nerven beruhigen und sich vor Ängsten schützen wollen...

Andere beneiden uns um unsere Arbeitsplatzsicherheit

Insider raten dringend davon ab, mehrere Jahre hintereinander mit sexuell missbrauchten Kindern zu arbeiten. - „Das verkraftet die Psyche nicht. Das kann Jahre später noch für Ängste und Erbrechen bei den Betreuern sorgen...“ - Kinder mit Down Syndrom gelten als geradezu liebenswert, sind keine „Sorgenkinder“, aber angesichts von Corona muss ganz besonders auf ihren Gesundheitsschutz geachtet werden. Als schwer erziehbar anerkannte Jugendliche sind selbst oft beschimpft worden und beleidigen immer wieder ihre Erzieher oder schlagen sogar zu. Sie bräuchten jetzt dringend ihren Sport.

Mobbing unter Kollegen ist immer wieder in Einrichtungen ein Problem. Doch oft wird auch  als Mobbing bezeichnet, was diese Bezeichnung nicht verdient. Manchmal lehnen Erzieher*innen es einfach nur ab, ihre Mittagspause oder gar ihre Freizeit mit einer Praktikantin oder einem Berufskollegen zu verbringen.

Ein spezielles Problem kirchlicher Einrichtungen: „Diese Frau hat eine Chance verdient“, sagt der Pfarrer. „Sie hat einen sehr guten Eindruck gemacht.“ - Und anstatt der von Leitung und Team ausgewählten Berufsanfängerin mit den guten Zeugnissen bekommt die fromme polnische Psychologin den Vertrag. Der chronische Erziehermangel führt dazu, dass manche Träger es im Bewerbungsverfahren an der gebotenen Sorgfalt fehlen lassen. Seit eine Erzieherin, deren Berufspraktikum in der Praxis nur mit einem Mangelhaft (Quelle) bewertet worden war, verdächtigt wird, den gewaltsamen Tod eines Kindes verursacht zu  haben, soll wieder stärker auf Zeugnisse geachtet werden (Quelle). - Wofür lässt man Kindergartenleitungen eigentlich Zeugnisse formulieren, wenn sie dann nicht gelesen werden, da sie angeblich nicht aussagekräftig wären?

Ein oft unterschätztes Problem: Eine Erzieherin kommt nach einer längeren Familienzeit wieder zurück in ihre „Traumkita“ und verdrängt dadurch ihre gut eingearbeitete und beliebte Nachfolgerin auf Zeit. Da es viel Personalfluktuation gab, vermisst die Rückkehrerin vertraute Kolleg*innen, fühlt sich nicht willkommen und ist enttäuscht. Nachdem sie einige Kinderkranktage nehmen musste, merkt sie, wie sehr einige Kinder ihre Tina, ihre vertraute Erzieherin vermissen. Die Kolleg*innen lachen ohne sie. Sie kennen sich gut, haben mehr Gemeinsamkeiten. Sie fühlt sich gemobbt und sogar von Kindern abgelehnt. - Hätte man nicht alles tun sollen, um wenigstens der Kindern den Abschied von ihrer geliebten Erzieherin ersparen können? An ihrem Wohnort hätte die Rückkehrerin sofort eine Stelle nach ihren Vorstellungen haben können.  Nur „die Stufe“ hätte die nach der Geburt eines Kindes erst recht auf ein höheres Gehalt angewiesene Fachkraft nicht mitnehmen können.

Um ihre Arbeitsbedingungen und die Verantwortung werden Erzieher*innen nicht beneidet

Wie viel angenehmer könnte der Alltag sein, wenn Erzieher*innen wesentlich freier Entscheidungen treffen würden? Bemerkte früher eine aufmerksam beobachtende „Tante“, dass sich ein oder zwei Kinder ihrer Gruppe verdächtig hinter den Ohren kratzten, schoss ihr der Gedanke „Läuse!“ durch den Kopf – und nicht die Angst, durch ihr Vorhaben Kinder oder Familien zu diskriminieren. Ebenso wie heute wurden auch früher Erzieher*innen zu wichtigen Vertrauten von Eltern. Nicht alle haben früher Kinder zum Schämen in die Ecke gestellt, so wie nicht alle Kinder später auf den „stillen Stuhl“ gezwungen haben. Vieles lässt sich vergleichen. Früher ermunterten Eltern ihre Kinder, bei der „Tante“ zu bleiben. Heute ist von einem „Bezugserziehersystem“ und davon abgeleiteten Bezeichnungen die Rede. Wir dürfen uns fragen, ob die frühere Kindergärtnerin nicht mit Unverständnis reagiert hätte, wäre sie je als „Bezugserzieherin“ vorgestellt worden. Wie sehr leidet das zwischenmenschliche Miteinander, wenn von oben herab künstlich „Professionalität“ erzeugt werden soll - und dabei Praxiserfahrung das Nachsehen hat?

Selbstbewusste Kindergärtner*innen jedenfalls hatten noch lange die Traute, sich einen Kamm zu nehmen und im mit den Kindern geschaffenen „Salon“ Kindern die Haare sorgfältig zu kämen und dabei nach geröteten Stellen und Nissen Ausschau zu halten. So wurde mancher Kopflausbefall schnell entdeckt und früh bekämpft. Eltern und Kolleginnen waren dankbar. - Heute verzichten insbesondere junge Fachkräfte aus ihnen beigebrachten Bedenken gegen ein über Jahrzehnte bewährtes pragmatisches Vorgehen. - Als ob es nicht im Interesse aller besser wäre, taktvoll und zügig etwas gegen eine Weiterverbreitung von Kopfläusen zu unternehmen! Gerade in großen Einrichtungen können sich Läuse lange halten. Erste Welle, zweite Welle, dritte Welle... Das Gute am Auftreten der Kopfläuse: Wir erfahren hautnah, was exponentielles Wachstum bedeutet.   

In manchen Kindergärten kam traditionell einmal im Jahr ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin als Gastredner zu einem Elternabend. Engagiert und mit Verständnis für das Anliegen der Erzieher*innen wurde den Eltern – nicht ohne Humor – in einem Kurzvortrag vermittelt, was es bedeutet, wenn immer wieder Kinder krank in den Kindergarten gebracht werden. - Heute finden derartige Informationsveranstaltungen kaum noch statt. Erzieher*innen gehen davon aus, dass insbesondere Eltern, die so einen Vortrag „nötig hätten“, ohnehin nicht kommen würden. Und nachdem sich im letzten Jahr gleich mehrere Standesvertreter der Ärzte und Kinderärzte medienwirksam für eine „weite Öffnung der Schulen und Kitas“ ausgesprochen haben, sind viele Erzieher*innen enttäuscht. Ihnen war schnell klar, welche Auswirkungen diese Statements nach sich ziehen würden.   

Noch mehr Brandbriefe schreiben? - Schaden kann es bestimmt nicht!

Wurden eigentlich schon gepfefferte Briefe an Kinderärzte geschrieben, die allzu vollmundig und bedenkenlos für offene Schulen und Kitas plädiert haben? (Quelle) (Jetzt ist man vorsichtiger geworden (Quelle).

Mehr Einfühlungsvermögen in Kindergartenkinder würde uns den Alltag enorm erleichtern. Manches „nur verschnupft“ gebrachte Kleinkind ist von der Lautstärke in Krippe oder Kita heillos überfordert und derart trost- und anlehnungsbedürftig, dass es über weite Strecken des Tages getragen sein will. - Wie aber soll das gehen, wenn Erzieher*innen ihre Hände auch brauchen, um Windeln zu wechseln und die Schnoddernasen anderer Kinder abzuputzen, bevor diese selbst Sekrete verteilen und für Schmierinfektionen sorgen? Wir können eine immer noch angestrebte – oder noch durchgezogene weite Öffnung aus vielen Gründen nicht als „Lösung“ akzeptieren. - Kinder dürfen immer mehr „partizipieren“, werden von uns gezielt nach ihrer Meinung gefragt. Für uns als Fachkräfte aber soll keine Mitbestimmung vorgesehen sein? Stattdessen Klappe halten und funktionieren wie die Rädchen im Getriebe?    

Nach den Erfahrungen vieler am eigenen Gesundheitsschutz und am Wohl der Kinder interessierter Erzieher*ìnnen ist die Kinderbetreuung zu Coronabedingungen nur in Kleingruppen zu verantworten. Insbesondere die Jüngsten dürfen im Hinblick auf ihre Bindungsbedürfnisse nicht „nach Bedarf“ der Erwachsenen von im Schichtdienst eingesetzten Fachkräften und Alltagshelfern betreut werden. Unsere Gesellschaft kennt immer noch den Begriff „Schulreife“. Über Kindergartenreife hingegen erfährt der Nachwuchs im Beruf während der schulischen Ausbildung oder im Studium nichts mehr. Der Ausdruck „Krippenreife“ kommt in unserer Fachliteratur gar nicht erst nicht vor. - „Partizipation in der Krippe“ soll anscheinend erst stattfinden, wenn die Eltern weit weg sind und ein sich gegen seinen Krippenbesuch sträubende Kind nur noch schnieft. - Selbst Erzieher*innen, die wirklich gut mit den Kleinsten umgehen und ihnen Geborgenheit schenken können, reagieren manchmal fassungslos angesichts der schmerzlichen Trennungen, die auch die Kinder mitansehen müssen, die selbst gern in ihre Gruppe gehen. 

Wie ernst nehmen die Gewerkschaften unsere Anliegen, die sich nicht auf höhere Gehälter beziehen?

Sie fordern wie Beschäftigte, Eltern und Politiker Schnelltests und dass wir früher geimpft werden können (Quelle/Quelle/Quelle). Das ist keine Überraschung, nur eine Forderung, die vorhersehbar war. Ferner machen Gewerkschaftssekretäre Mitglieder darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Überlastungsanzeigen zu stellen und individuelle Gefährdungsbeurteilungen anzufordern. Geschieht dies, kann überzeugend vertreten werden, wie wichtig uns ein ernst zu nehmender Gesundheitsschutz, aber auch Sicherheitsaspekte in der Betreuung von Kindern sind. Und was 2015 noch nicht erreicht wurde, wird erneut gefordert: Unsere bei anderen Trägern erworbene Berufserfahrung und die erreichte Stufe sollen anerkannt werden. Aber erst, wenn die Pandemie vorbei ist... (Warum eigentlich erst so spät?)

Auch wegen der Kinder: Höchste Zeit, dass Arbeitgeber die bei anderen Trägern erworbenen Vorerfahrungen anerkennen! Eine Verweigerungshaltung (es kann selbstverständlich verhandelt werden!) behindert Mobilität – und zwar auch zu Lasten der Kinder! Das, was die Arbeitgeberseite verhindern will, führt derzeit noch dazu, dass Erzieher*innen aus finanziellen Gründen wegen „der Stufe“ auf einer Stelle ausharren, obwohl ihre körperliche oder seelische Gesundheit eindeutig für einen Wechsel der Arbeitsstelle spricht. Wer unter Tinnitus oder Schmerzen Kinder betreut, wird schneller reizbar und verletzt möglicherweise dadurch die Gefühle von Kindern. Wenn vor der Rente stehende oder sehr korpulente Fachkräfte bei aller Liebe zu ihren Krippenkindern nicht schnell vom Boden aufstehen und notfalls fix ein quirliges Kleinkind einfangen können, kann die Sicherheit der Kinder nicht mehr gewährleistet werden. - Auch Frühverrentungen haben ihre Berechtigung.

Da momentan lange Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln das Risiko, uns und andere mit Sars-CoV-2 anzustecken, vergrößern: Falls jemand zur Minimierung des Risikos für alle eine nah gelegene Arbeitsstelle annehmen möchte, wäre endlich nicht mehr mit einer erheblichen Gehaltseinbuße zu rechnen. 

Insgesamt wird von Gewerkschaftlern vieles geleistet, was von uns ebenso wenig gesehen wird, wie unsere Arbeit von denen, die den Erzieherberuf für einen lauen Job halten. Wir haben durchaus Grund, den Gewerkschaften für vieles dankbar zu sein. Sie verfügen über Erfahrungen, über die die Mitglieder der neu gegründeten Kita-Fachverbände noch nicht verfügen können. Diese wollen wohl auch keine Konkurrenz sein zu den großen Gewerkschaften. Sie wollen „nur“ endlich Erfolge sehen und selbst einiges dazu beitragen. - Ein Anliegen, dass allen voran die in Krippen und Kitas tätigen Fachkräfte unterstützen können!

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Kommentare (2)

Heike Osten-Weber 11 Februar 2021, 12:38

Es ist an der Zeit das von der Basis aus diskutiert wird und sich in den unterschiedlichen Einrichtungen ein Wille zur Verbesserung und Veränderung entwickelt. Oft sind die einzelnen Einrichtungen sehr isoliert und die Arbeitsweise dort wird von der Leitung dominiert. Corona ist nun ein Brennglas auf die in den Einrichtungen vorhandenen Mängel.

Das Internet bietet ein gutes Forum sich auszutauschen. Es währe wichtig wieder mehr auf das wohl der Kinder zu achten und weniger auf den Bedarf von Eltern ihre Kinder untergebracht zu wissen. Seit längeren frage ich mich bereites wie die Fokussierung auf den Bereuungsauftrag mit dem Bildungsauftrag vereinbar ist.

Die gegenseitige Fürsorge der Erzieherinnen füreinander währe angebracht, indem sie sich gegenseitig entlasten. Ihre Unterschiedlichkeit als Mensch sollte respektiert werden. Jede von uns ist anders und kann unterschiedliche Talente in den Erziehungsalltag einbringen. Respektieren wir in unserem Handeln wirklich unsere Mitmenschen und Betreuten. Um dies umzusetzen bedarf es einer guten Selbstfürsorge. Wo besteht diese in den Einrichtungen? Wir sollten endlich aufhören uns gegenseitig zu bekriegen und unsere individuellen Grenzen wahrnehmen, äußern dürfen und in diesem Rahmen handeln. Wir sind keine Maschinen, das zeichnet uns in unserer Arbeit aus! Auch die von uns Betreuten sind keine Maschinen.

In vielen Einrichtungen herrscht ein Gleichmachen vor. Entwicklungsbögen und Dokumentationen verstärken dies oft noch. An dem Beispiel der Bewohnerin die gegen die Anweisung geduscht wurde zeigt sich wie oft der gesunde Menschenverstand auf der Strecke bleibt.

Papier ist geduldig, der Alltag sieh anders aus, hier muss jede einzelne Erzieherin für sich selber eintreten, damit es bald nicht mehr heißt Teamarbeit heißt der andere macht es. Dann macht es irgend wann nämlich keiner mehr und jeder macht nur noch Dienst nach Vorschrift.

Dies würde meiner Meinung nach jedoch in kleinster Weise dem Kindeswohl entsprechen.

Das Thema Stellenbeschreibung, wie auch Superrevision und Selbstreflektion sollten bereits in der Ausbildung eine Rolle spielen. Nach dem Pflegenotstand wir bald der Notstand im Erziehungswesen folgen. Dieser ist seit langem in Sicht, da die Einrichtungen immer mehr kostentragend arbeiten müssen. Personal wird nur nach Bereuungsstunden eingestellt, dies war nicht immer so. Es gab Zeiten da hatten Erzieherinnen ganze Nachmittage Zeit zum Vor und Nachbereiten. Sie hatten auch Gelegenheit sich im stillen Kämmerchen auszutauschen.

Wo Menschen aufeinander treffen gibt es immer Konflikte und Spannungen. Hört doch endlich mal auf diese Tod zu schweigen und fangt an damit zu arbeiten. Dieser Weg ist sehr schwer, aber meiner Meinung nach notwendig um den Menschen in den Einrichtungen gerecht zu werden.

Ein Gängeln von immer mehr Menschen kann so vermieden werden. Liebe Leute die Welt ist nicht rosa rot, dies sollten auch die Eltern begreifen. Es gibt auch keine optimale Erziehung. Warum sprechen die Menschen nicht mehr miteinander und sehen sich stattdessen vor Gericht wieder.

Ich bitte euch wirkt mit, auch wenn es schwer ist. Es scheint fast so, das besonders Menschen für den Erzieherberuf geeignet sind die ihre eigenen Interessen nicht vertreten können. Liebe Erzieherrinne nehmt eure Kopfschmerzen und Belastungen wahr und last euch bei Bedarf krankschreiben.

Ich selber bin mit 40 Jahren berentet worden und war zuvor in der Psychiatrie. Es ist nicht schön sich dort wiederzufinden und nicht zu wissen was mit einem los ist. Also sorgt vor und lasst nicht alles mit euch machen. Auch Psychologen bleiben zuhause, wenn sie die Nacht zuvor nicht geschlafen haben.

Bitte bedenkt auch einmal das viele Träger und auch die in der Politik tätigen, die eueren Alltag bestimmen von der Tätigkeit der Erzieherin keine Ahnung haben. Oft ist es einfach wichtig, dass der Betrieb läuft. Für Springer ist jedoch oft nicht gesorgt. Dies sollte jedoch nicht euer Problem sein. Ihr seit Arbeitnehmer, wie in jedem anderen Beruf auch. Deshalb ist es auch Quatsch, wenn Kolleginnen sauer sind weil ihr euch krankschreiben lasst.

Eine stattfindende Subversion sollte Standard sein, um Konflikte im Team zu lösen und nicht vor sich her zu tragen. Die vorgesehene Anzahl der Kinder in einer Gruppe ist fast in keinem Land so groß wie bei uns. Was sagt uns dass? Wie wichtig sind dabei die Kinder? Eine Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund ist nicht abwegig. Ein Konzept zum Schutz der Betreuten und der Bereuter sollte ins Qualitätsmanagement einfließen, denn nur wer gut geschützt ist, kann auch gut für Andere sorgen und dies ist ein wichtiger Bestandteil unseres Berufs.

Claudia Theobald 09 Februar 2021, 15:18

Es muss sich endlich etwas ändern! Das arbeitet dieser Artikel konkret und differenziert aus. Dass Netzwerke wie die KiTahelden deutschlandweit so viel Zuspruch haben und in fast allen Bundesländern KiTa-Fachkräfteverbände wie Pilze aus dem Boden schießen zeigt, wie groß die Mängel unseres frühkindlichen Bildungssystems sind. Träger, Verwaltung, Politik Communities, Verbände und Gewerkschaften müssen gemeinsam die Probleme ehrlich anschauen und dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft endlich kindgerechte KiTas finanziert. Über die erforderlichen personellen und räumlichen Mindestanforderungen herrscht in der Fachwelt seit vielen Jahren Einigkeit. In Bezug auf die Ausstattung kindgerechter Kitas muss nichts mehr studiert, erforscht oder evaluiert werden. Auf den Tischen der Ministerien stapeln sich seit langem die Expertisen und Studien mit den immer gleichen Ergebnissen. Die einzige offen Frage ist, ob wir in Deutschland bereit sind, unseren Kindern einen kindgerechten Alltag zu finanzieren. Wenn unsere Kinder die Zukunft und das Beste und Wichtigste sind, was wir haben, kann die Antwort auf diese Frage nur ein uneingeschränktes Ja sein.

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