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Geldscheine

Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen

Korina Dörr

29.09.2015 Kommentare (0)

Wir veröffentlichen im Folgenden einen gekürzten Beitrag zur frühkindlichen Bildung im Bereich Geld mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Frühe Kindheit.

In der Familie über Geld sprechen

Eltern sind in der heutigen Konsumwelt in ihrer Vorbild- und Erziehungsfunktion mehr denn je gefordert, denn die nachhaltigste Prägung bei der Finanzbildung findet im Elternhaus statt. Ermutigen Eltern ihre Kinder zum Sparen und üben sie mit ihnen, das Geld einzuteilen, dann haben diese frühen Kindheitserfahrungen einen starken positiven Einfluss auf die spätere Finanzkompetenz.

Die Geldreife von Kindern fängt in der Vorschulzeit an. Mit ein paar Münzen von den Großeltern oder dem Wechselgeld vom Bäcker sammeln Kinder ihre ersten eigenen Erfahrungen mit Geld. Kinder nehmen außerdem sehr genau wahr, wie Eltern sich beim Einkaufen verhalten, welche Sparsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln oder Energie herrscht. Kinder sollten deshalb spielerisch mit den Geldthemen vertraut gemacht werden. Kindliche Neugierde und Wissbegierde gilt es zu nutzen, um in der Familie offen und altersgemäß über Geld zu sprechen. Spätestens mit den Taschengeldzahlungen gibt es hierzu reichlich Gesprächsstoff.

Lernfeld Taschengeld

Eine der wichtigsten Lernkomponenten für einen guten Umgang mit Geld ist das regelmäßige Taschengeld. Gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut hat Geld und Haushalt neue Taschengeldempfehlungen entwickelt, die den Eltern eine gute Orientierung für die Diskussionen rund ums Taschengeld und für die Höhe der Zahlungen geben. Außerdem gelten auch für die Eltern beim Taschengeld einige Regeln:

  • Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung. Eltern sollten also nicht die Ausgaben kontrollieren oder ständig kritisieren. Kinder dürfen Fehler machen, sie lernen aus diesen Erfahrungen.
  • Wichtig ist, das Taschengeld regelmäßig und in fester Höhe zu zahlen. Es sollte eine verlässliche Größe für die Kinder sein.
  • Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Es darf deshalb auch nicht zur Belohnung oder Bestrafung von Verhalten oder Leistungen eingesetzt werden.
  • Ständige Nachbesserungen sind beim Taschengeld keine Lösung. Besser ist es, Kindern Hilfestellungen zu geben, damit sie das Geld besser einteilen können.
  • Eltern sollten das Taschengeld an ihre persönliche wirtschaftliche Situation anpassen. Ist das Geld knapp, reichen auch kleinere, aber regelmäßige Zahlungen.
  • Für getrennt lebende Eltern gilt es, einen gemeinsamen Konsens über die Höhe des Taschengeldes zu finden und zusätzliche Zahlungen zu vermeiden.
  • Regelmäßige Mithilfe im Haushalt gehört zu einem funktionierenden Familienleben und sollte nicht bezahlt werden. Kleine „Extra-Jobs“ können jedoch auch mal belohnt werden.
  • Erhalten Kinder neben dem Taschengeld größerer Geldgeschenke, sollten Eltern gemeinsam mit den Kindern sinnvolle Sparziele festlegen.

 Diese Informationen finden sich in dem kompakten Familien-Flyer „Fahrplan Taschengeld“, der neben den pädagogischen Empfehlungen auch eine Taschengeld-Drehscheibe enthält. Darüber hinaus stellt Geld und Haushalt für Eltern und Pädagogen weitere Angebote zur Gelderziehung bereit. So können beispielsweise Referenten für einen Elternabend gebucht oder Multiplikatorenschulungen durchgeführt werden. Der bundesweit tätige Vortragsservice von Geld und Haushalt bietet kostenfreie Vorträge für Vereine, Verbände sowie Bildungs- und Beratungseinrichtungen an.

Pädagogische Angebote fördern die Finanzkompetenz

Neben der Prägung im Elternhaus ist die Schule die zweite tragende Säule für ein gutes Finanzwissen. Deshalb sind pädagogisch hochwertige und altersgemäße Angebote zur Finanzbildung in der Schule wichtig, damit Kinder in ihrer Rolle als Verbraucher aufgeklärt und in ihrer kritischen Wahrnehmung gestärkt werden.

Hier setzt auch der Sparkassen-SchulService mit seinen Angeboten für Schüler, Lehrer und Eltern an. In der schulischen Gelderziehung geht es darum, die Handlungskompetenzen im Umgang mit Geld und Finanzdienstleistungen zu fördern, um die Alltags- und Lebensökonomie individuell gestalten zu können. Die didaktisch aufbereiteten Materialien sind werbefrei, auf die Lehrpläne abgestimmt und zeichnen sich durch ihren Praxisbezug und ihre multimediale Vielfalt aus. Die Medien können ergänzend zu den vorhandenen Schulmaterialien eingesetzt werden und sollen diese nicht ersetzen. Vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) erhielt das Angebot auf der Internetplattform „Materialkompass Verbraucherbildung“ Bestnoten. Von der UNESCO-Kommission wurde das Schulangebot als offizielle Maßnahme der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

 Der Flyer „Fahrplan Taschengeld“, Informationen zur Nutzung des Vortragserviceund alle weiteren Angebote des Beratungsdienstes Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe unter www.geld-und-haushalt.de.

 Alle Angebote des Sparkassen-SchulService unter www.sparkassen-schulservice.de.

 Korina Dörr ist Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt im Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin.

 

 

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