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Wie gehen Kinder im Netz miteinander um?

21.11.2014 Kommentare (0)

Die Frage beschäftigt Eltern und wurde auch in der Themenwoche Toleranz der ARD diskutiert. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt für jüngere Kinder moderierte Angebote und gibt fünf Tipps fürs sichere Chatten.

Kinder und Jugendliche nutzen das Internet vor allem zur Kommunikation in Foren, sozialen Netzwerken oder über mobile Messenger. So kann man sich leicht verabreden oder über bestimmte Themen und Erlebnisse austauschen. In manchen Foren herrscht jedoch ein rauer Umgangston, sogenannte Trolle vergiften im vermeintlichen Schutz der Anonymität mit unpassenden Kommentaren die Diskussion. Diese sind zu ignorieren, nach dem Spruch „Don't feed the trolls“ („Trolle niemals füttern“), oder bei schweren Fällen zu melden. Schließlich haben viele Seiten eine „Netiquette“ mit Benimmregeln. Verstoßen Nutzer dagegen, können sie ausgeschlossen werden.

Online-Erfahrungen in der Familie thematisieren
Der Umgang mit Konflikten unter Gleichaltrigen ist ein Lernfeld für Kinder und Jugendliche und gehört zur Entwicklung eines sozial kompetenten Verhaltens dazu. Wenn ein Streit allerdings an Schärfe gewinnt, sind andere Wege der Kommunikation geeigneter, um Konflikte zu bereinigen. „Am besten sprechen Eltern mit ihrem Kind, mit wem es in Kontakt ist und vereinbaren, dass es sich jederzeit bei Problemen an sie wenden kann – ohne gleich ein Chatverbot fürchten zu müssen“, empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Dies gilt gerade bei Cybermobbing, wenn Kinder im Internet gezielt beleidigt oder bedroht werden. Wichtig ist es, dass Eltern das Anliegen ernst nehmen und in Ruhe den Konflikt und die Ursache besprechen.
 
Begleiten Eltern ihr Kind von Anfang an im Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken, kann sich das Kind leichter anvertrauen und können Eltern eher Anzeichen von Mobbing erkennen. Um Kinder zu schützen, ist auch drauf zu achten, dass gerade jüngere Kinder nur in kindgerechten Foren unterwegs sind. „Kinder müssen das Kommunizieren im Netz erst lernen. Gerade bis zwölf Jahren eignen sich daher Chats, die von geschultem Personal durchgehend moderiert werden“, rät Langer.

Anfeindungen per App
Mit der rasant zunehmenden Nutzung mobiler Messenger können Jugendliche Konflikte auch per App austragen. Böswillige Störer sind in der App sofort zu blockieren, um keine weiteren Nachrichten über den Messenger zu bekommen. Um auch SMS oder MMS auszuschließen, ist die Handynummer des Störers in den Einstellungen des Geräts zu blocken. Für Eltern gilt es genau zu überlegen, welche App für ihr Kind geeignet ist, zumal die Dienste Facebook Messenger und Snapchat sowie WhatsApp laut den eigenen AGB ohnehin erst ab 13 bzw. 16 Jahren zugelassen sind.

5 Tipps fürs sichere Chatten
Eltern können ihrem Kind fünf Punkte zum sicheren Chatten und Umgang mit Störern vermitteln:
1. Respektvoll sein. Hinter jedem Nutzer stehen Menschen, ein höflicher Umgang gilt auch online.
2. Persönliches schützen. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche keine persönlichen Chatnamen verwenden. In Communitys ist auf die Herausgabe persönlicher Daten und Fotos zu verzichten.
3. Vorsicht bei fremden Kontakten. Man kann nie wissen, wer sich auch hinter harmlos klingenden Benutzernamen verbirgt.
4. Störer ignorieren und blockieren. Um weitere Hänseleien zu erschweren.
5. Unangenehme Dialoge sofort beenden. Den Chat verlassen, ihn keinesfalls in privaten Foren oder über andere Anbieter fortsetzen oder „reale“ Treffen mit Unbekannten vereinbaren.

„SCHAU HIN!“ bietet auf der Website www.schau-hin.info ein Interview mit Simon Schnetzer, Autor der Studie „Toleranz Online 2014“, ein Extrathema „Cybermobbing“ mit zusätzlichen Tipps, Experteninterviews sowie Beratungs- und Beschwerdestellen sowie im Bereich „soziale Netzwerke“ einen Netzwerkatlas mit kindgerechten Chat-Angeboten wie www.seitenstark.de/chat, www.tivitreff.de und www.mein-kika.de

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