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Umfrage zur TERRE DES FEMMES-Kampagne DEN KOPF FREI HABEN!

05.02.2019 Kommentare (0)

Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. hat eine Umfrage erstellt, deren Ziel es ist, eine fachliche Einschätzung zu den Chancen auf eine freie und selbstbestimmte Entwicklung von Mädchen mit „Kinderkopftuch“ zu erhalten.

Bitte nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um an dieser Umfrage im Rahmen der TERRE DES FEMMES-Kampagne „DEN KOPF FREI HABEN!“ teilzunehmen.

Link zur Umfrage: https://www.frauenrechte.de/online/umfrage-kopftuch

Benutzername: umfrage-2018

Passwort: kinderkopftuch

Die Umfrage richtet sich an alle MitarbeiterInnen, ErzieherInnen, PädagogInnen und LehrerInnen an Schulen und anderen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.

Die Verschleierung von Mädchen ist ein zunehmendes Phänomen, welches es vor ein paar Jahren noch nicht gab. Das Kopftuch ist innerhalb der muslimischen Community schon ein umstrittenes Thema. Trotzdem nimmt die Zahl der verschleierten Mädchen immer mehr zu. Teilweise bereits schon im Kindergartenalter!

Ein neunjähriges Mädchen aus Afghanistan erklärt(e) TERRE DES FEMMES, warum sie ein Kopftuch trägt:

„Ich trage ein Kopftuch, weil ich Angst habe vor Gott. Weil ich Angst habe vor den Männern, die mich komisch anschauen, wenn ich kein Kopftuch trage. Weil es eine Schande ist, kein Kopftuch zu tragen. Weil ich mich sonst schäme. Wenn ich nicht mache, was meine Eltern gesagt haben, gehe ich zur Hölle und nicht ins Paradies und Gott wird mich im Feuer verbrennen.“

Das Tragen des Kopftuchs ist keine Entscheidung von heute auf morgen. Sie wird durch eine Sozialisation in der Kindheit  im Verborgenen manifestiert. Diese frühe Indoktrination soll dazu führen, dass sich viele „Probleme“, wie der Verlust der kulturellen Identität oder die Verwestlichung, von allein lösen. Die Mädchen sollen sich früh für ein Kopftuch „entscheiden“. So wird sichergestellt, dass mit der Entscheidung, das Kopftuch später abzulegen, ein Schamgefühl einhergeht. Das Kopftuch ist in dieser patriarchalen Gesellschaftsordnung ein gelungenes Machtinstrument, um über Körper und Geist von Mädchen zu bestimmen.

Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen sollten ein gleichberechtigtes und unparteiisches Lernen und Spielen gewährleisten. Sie sollten Kindern einen sicheren, freien und neutralen Ort für individuelle Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Durch Nicht-Teilnahme am Sport- und Schwimmunterricht, am Unterricht zur Sexualkunde oder an Klassenfahrten wird schon früh die Integration innerhalb der Schule gefährdet.

Viele ErzieherInnen, LehrerInnen und PädagogInnen sehen im sogenannten Kinderkopftuch eine Gefährdung für viele Lebensbereiche. Hier lesen Sie ein paar Zitate von LehrerInnen, die sich schon im Rahmen der aktuellen Umfrage zu der Situation in Schulen geäußert haben:

„Bei meinen (fast) erwachsenen Schülerinnen würde ein Verbot zu einer gründlicheren Reflexion dieses Themas führen. Außerdem hätten sie dadurch die Möglichkeit, den Forderungen der Familie nicht entsprechen zu müssen.
Ich wohne in einem Stadtteil mit hohem Migrationsanteil (ca. 80 %) und ich sehe oft schon Mädchen im Kindergartenalter, die mit einem Kopftuch verhüllt sind, dass nur noch die kleinen Gesichtchen zu sehen sind.
Das Kopftuch und die ‚Verhüllung’ des Körpers mit langen Mänteln, Rollkrägen, langen Röcken und dem Kopftuch bedeutet meiner Meinung nach eine frühzeitige Sexualisierung der Mädchen, verbunden mit dem Bewusstsein, dass ihr Körper etwas sei, wofür sie sich schämen müssten. Außerdem muss die Ehre der Familie aufrechterhalten werden.
Diese Prägung setzt sich dann fort und führt bei meinen Schülerinnen manchmal zu großem inneren Druck, von dem sie sich nicht mehr befreien können.“

„Einige Schülerinnen, die gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen, leiden darunter und ziehen sich teilweise zurück, nehmen weniger aktiv am Unterricht teil.“

„Da sich vor allem jüngere Mädchen/Kinder ihren Eltern gegenüber loyal verhalten wollen und den Wertekodex der Eltern noch nicht bewusst reflektieren können, tragen sie das Kopftuch, wenn es von den Eltern gewünscht wird. Sie geraten dadurch aber durchaus in innere Konflikte, weil es ihren eigenen Bedürfnissen nicht entspricht.
Auch die Abgrenzung von anderen Schülerinnen ist oft eine gewählte Form der Konfliktbewältigung.“

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns als ErzieherInnen im Rahmen der Umfrage auch Ihre Erfahrungen schildern.

Vielen Dank
Christa Stolle

TERRE DES FEMMES, Bundesgeschäftsführerin

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