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Start des Bundesmodellprogramms „Quereinstieg Männer und Frauen in Kitas"

29.10.2015 Kommentare (7)

Sie waren in ihrem bisherigen Berufsleben zum Beispiel Krankenschwester, Maurer, Fitnesskauffrau oder bei der Post, einige haben ein Studium absolviert. Und sie alle haben eines gemeinsam, sie wollen Erzieher oder Erzieherinnen werden. In sieben Klassen in vier Bundesländern haben angehende Fachkräfte jetzt ihre Ausbildung im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" begonnen und sich damit gegen eine Menge Konkurrenz durchgesetzt, denn es gab weit mehr Bewerbungen als Ausbildungsplätze.

Das Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Es ist für potentielle neue Erzieher und Erzieherinnen so attraktiv, weil den Teilnehmenden vom ersten Jahr der Ausbildung an ein Gehalt gezahlt wird. Die Programmteilnehmenden absolvieren nicht die typische rein schulische Ausbildung, in der sie Kitas in der Regel nur im Rahmen von Praktika kennenlernen. Stattdessen kooperieren Schule und Kitas von Anfang an eng miteinander. Die Auszubildenden besuchen im Wechsel eine Fachschule und ihre sie ausbildende Kita, in der sie fester Teil des Teams werden. In drei Jahren, so der Plan, sind die Teilnehmenden staatlich anerkannte Erzieher und Erzieherinnen.

Für viele Kitas interessant: Der Männeranteil unter den Quereinsteigenden ist besonders hoch. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Direkt nach der Schule sind Männer schwer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen. Durch das Bundesmodellprogramm werden Voraussetzungen geschaffen, unter denen vor allem Männer ihre Berufswahl modifizieren können, die im Jugendalter häufig durch Stereotype eingeschränkt ist", erklärt Prof. Dr. Stephan Hoeyng, Leiter der Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg/Männer in Kitas", die das Programm mitentwickelt hat und in den kommenden Jahren fachlich begleiten wird.

„Nicht nur die Auszubildenden, auch die Träger profitieren von der Teilnahme am Modellprogramm, denn sie gewinnen lebenserfahrenes, motiviertes Personal", erklärt Ursula Hawighorst. Sie ist Leiterin des Referats Kinder-, Jugend- und Familienhilfe bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bezirk Westliches Westfalen. Die AWO ist einer der Träger des Modellprogramms in Dortmund. Ursula Hawighorst zieht nach den ersten Wochen eine positive Zwischenbilanz: „Im Vorfeld galt es, einige Herausforderungen zu meistern, aber es hat sich gelohnt. Die Auszubildenden sind unheimlich motiviert und sowohl in der Schule als auch in ihren Einrichtungen gut angekommen."

Im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" werden mit Unterstützung der zuständigen Landesbehörden modellhaft vergütete Ausbildungen zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher erprobt und optimiert, die speziell auf die Zielgruppe der Berufswechslerinnen und Berufswechsler zugeschnitten sind. Einerseits soll das lebenslange berufliche Lernen ohne Erwerbsunterbrechungen ermöglicht, andererseits der Beruf der frühkindlichen Erziehung noch stärker für Männer geöffnet werden. Sieben Klassen in den Bundesländern Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind bereits dabei, zwei weitere Klassen nehmen ihre Arbeit im Jahr 2016 auf.

In den kommenden zwei Jahren sollen weitere Klassen ihre Ausbildung starten, so dass bis zum Ende des Modellprogramms im Jahr 2020 drei Jahrgänge die Ausbildung durchlaufen haben werden. Das zweite I nteressensbekundungsverfahren hat jetzt begonnen. Träger von Kindertageseinrichtungen, Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik sowie die zuständigen Fachverbände, die Interesse an einer Teilnahme haben, sind eingeladen, bis zum 21. Dezember 2015 ihre Interessensbekundungen einzureichen. Weitere Informationen: http://www.chance-quereinstieg.de/service/aktuelles/
Infos rund um den Quereinstieg in den Beruf des Erziehers/der Erzieherin: http://www.chance-quereinstieg.de oder über das Beratungstelefon unter der Rufnummer 030 – 501010-939

Quelle: Pressemitteilung der Koordinationsstelle Männer in Kitas vom 21.10.2015

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Kommentare (7)

  • Jana:
    07.11.2015 um 16:05 Uhr

    Das ist sehr schön zu lesen, aber warum wird dies nicht bundesweit und in mehreren Städten für alle Interessierten und Qualifizierten zugänglich angeboten? Z.B. stehe ich chancenlos und ohne Möglichkeiten da, trotz der Erfüllung der Kriterien zur Externenprüfung z. Erzieherin. Ich habe alles abgeklappert und abgefragt und bin auf eine große "Mich betrifft es nicht"-Haltung gestoßen. Man mag sich überhaupt nicht mit dieser Frage des Fortkommens qualifizierter Personen auseinandersetzen. So schlimm kann es anscheinend nicht sein mit dem bundesweiten Fachkräftemangel. Man wirkt ja schon wie ein Quälgeist wenn man nicht adhoc aufgeben mag und sich immer wieder mit gelangweilten bis desinteressierten Feedbacks arrangiert. Das diese ganze Thematik nicht endlich bundesweit einheitlich behandelt wird kann ich nicht mehr nachvollziehen. Qualifizierte Interessierte Fachkräfte in -wenn es so sein könnte Spee-vergammeln statt dessen vor sich hin. Es mangelt nicht an guten Leuten, es mangelt uns an einheitlichen Chancen! Seit mind. drei Jahren trete ich bzgl. berufl. Wiedereinstieg nun auf der Stelle und werde als Ergotherapeutin mit 900 Stunden KiTaarbeit nicht als Fachkraft anerkannt, bekomme also auch keine 20 Std.-Stelle in der KiTa um dann so zumindest berufsbegleitend die Externenprüfung absolvieren zu können- die Voraussetzungen dazu erfülle ich bereits. . Unterstützung= Fehlanzeige. Es ist sehr traurig.



    Antworten

  • D.:
    05.01.2016 um 11:18 Uhr

    Ich bin Stattlich Anerkannte Kinderpflegerin in BERLIN und wollte den Quereinstieg zur Erzieherin machen nur der liebe Herr M. der dafür zuständig ist hat ja ein Bewerbungsverfahren da konnte ich ja nicht mithalten dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt eine Stelle in einer Kita. Die Kita wollte mir die Möglichkeit bieten aber der Herr M. von der Senatsverwaltung stelle sich quer und meinte ich soll mir eine andere Kita suchen nach langen suchen hab ich das Thema aufgegeben weil es keiner machen möchte . Nu hab ich keine Arbeit mehr und die 3 Jahre Erzieherausbildung möchte ich nicht da ich Mutter von 2 Kindern bin und das mit Arbeiten und Schule mir nicht vorstellen kann das das klappt.
    Es gibt ja die Aussicht als Erzieherhelferin sich fortbilden zu lassen hat man da Chancen ein Job zu finden?

    Antworten

  • Lisa Jares:
    05.01.2016 um 11:41 Uhr

    Grundsätzlich besteht aktuell und auch zukunftsweisend ein Bedarf an guten pädagogischen MitarbeiterInnen in Kindertageseinrichtungen. Vielleicht werfen Sie mal einen Blick in unsere Stellenbörse, dann bekommen Sie einen Überblick über den aktuellen Arbeitsmarkt.

    Antworten

  • D.:
    05.01.2016 um 15:54 Uhr

    Leider gibt es dort keine stellen in Berlin für Kinderpflegerin. Frage War ob es irgendwie in Berlin möglich wäre .

    Antworten

  • Lisa Jares:
    06.01.2016 um 16:01 Uhr

    Mit der Ausbildung zur Kinderpflegerin haben Sie ja eine ähnlich wertige Ausbildung wie die zur Sozialassistentin/zum Sozialassistenten bzw. Erzieherhelferin/Erzieherhelfer absolviert. Das heißt, scheuen Sie sich nicht davor sich auf ebensolche Stellenausschreibungen zu bewerben. Wahlweise wäre für Sie vielleicht auch noch eine Idee die Erzieherausbildung in Teilzeit zu absolvieren.

    Antworten

  • Maren:
    19.02.2016 um 21:33 Uhr

    Ich habe 5 Jahre für die Ausbildung zur Erzieherin gebraucht. Und ich denke so eine Turboausbildung wird bei uns Kollegen nicht gerade positiv ankommen. Wir werden schon nicht entsprechend unserer Arbeit bezahlt und dann kommen noch sogenannte Quereinsteiger und wollen in in Kitas arbeiten.Das fördert Unmut zwischen den Kollegen. Überdenkt bitte solche turboausbildung. Diese kann nicht mit meiner Ausbildung verglichen werden, dann müssten wir ein unisbschluß habe.

    Antworten

  • Petra Seifert:
    09.05.2016 um 08:23 Uhr

    Ich bin seit vielen Jahren im als pädagogische Mitarbeiterin bei einem Bildungsträger eingestellt. Seit das Thema Migration so aktuell ist, möchte ich gern an dieser Stelle unterstützen. darüber hinaus habe ich festgestellt, dass ich trotz meiner umfassenden Ausbildung (kaufmännische Ausbildung, Studium Sozialmanagement, heilpädagogische Zusatzqualifikation) und jahrelanger Erfahrung zu vielen Stellenangeboten keinen Zugang erhalte, weil mir die Ausbildung zum Erzieher oder Sozialpädagogen fehlt. Überall lese und höre ich von fachkräftemangel und Quereinstiegsmöglichkeiten in dem Bereich, aber wenn man es konkret wissen will, gibt es keine Angebote bzw. nur für Arbeitslose. Z.B. finde ich keinen Anbieter, der die Externenprüfung Erzieher für im Beruf stehende anbietet, die damit endlich ihre Qualifikation besser stellen könnten und somit auch die Vergütung.

    Antworten


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