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SOS-Kinderdorf zum Koalitionsvertrag - Positive Signale für gerechter gestaltete Kinder- und Familienpolitik

20.12.2021 | Politik, Kommentare (0)

SOS-Kinderdorf sieht im vorgelegten Koalitionsvertrag ermutigende Aufbruchssignale in eine gerechtere, kinderfreundlichere Gesellschaft. Insbesondere mit der Abschaffung der Kostenheranziehung bei Kindern, die in öffentlicher Verantwortung aufwachsen, sowie der Einführung von mehr formalen Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen haben die Parteien langjährige Forderungen von SOS-Kinderdorf aufgegriffen. „Wir unterstützen den im Koalitionsvertrag gezeichneten Weg in eine gerechtere Kinder- und Familienpolitik. Im Zentrum müssen Kinder und Jugendliche stehen und die Frage: Wie werden sie einbezogen? Wir fordern, dass insbesondere der Nationale Aktionsplan für mehr Beteiligung schnell und konsequent angegangen wird – und dass hierbei junge Menschen von Anfang an mitbestimmen dürfen“, erklärt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins.

Der Verein begrüßt ausdrücklich, dass die Ampelkoalition die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen und hierzu auch konkrete Standards und Strukturen etablieren will. Neben der Absenkung des Wahlalters auf 16, sollen laut Koalitionsvertrag weitere Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen und in einem Nationalen Aktionsplan verankert werden. „Junge Menschen werden in Deutschland immer noch viel zu wenig gehört und einbezogen, wenn es um ihre Belange geht. Es ist daher höchste Zeit für solch einen Aktionsplan zur Kinder- und Jugendbeteiligung und wirklich wirksame Mitsprachemöglichkeiten! Für uns ist es zentral, dass junge Menschen bereits bei der Erstellung des Aktionsplans miteinbezogen werden. Um wirklich gesamtgesellschaftlich einen Unterschied auszumachen und Beteiligung auf allen Ebenen zu etablieren, müssen im Aktionsplan die Belange von Kindern in belasteten Lebenslagen besonders berücksichtigt werden“, fordert Schutter. 

Aufwachsen außerhalb der Herkunftsfamilie wird endlich gerechter!

SOS-Kinderdorf setzt sich im Sinne der von ihm betreuten Kinder und Jugendlichen seit Jahren für förderlichere Rahmenbedingungen für Kinder ein, die nicht bei ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können; das gilt insbesondere für die Abschaffung der Kostenheranziehung bei den Hilfen zur Erziehung. Im Koalitionsvertrag heißt es nun: Heim- und Pflegekinder sollen eigene Einkünfte komplett behalten können. „Das ist eine bahnbrechende Entscheidung auf die SOS-Kinderdorf und andere Träger seit Jahren hingearbeitet haben. Sie wird das Leben vieler Kinder und Jugendlicher, die in öffentlicher Verantwortung aufwachsen, grundlegend verbessern, ihnen gerechtere Chancen auf eine gute Zukunft eröffnen und ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen“, so Schutter. Bisher wurden die Einkünfte von jungen Menschen, die in öffentlicher Verantwortung aufwachsen, bspw. aus Ausbildung oder Nebenjobs, zur Deckung der Kosten von Jugendhilfeleistungen herangezogen; ein demotivierende Hürde auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. 

Es kommt auf die Umsetzung an!

Der Koalitionsvertrag legt gute Grundlagen für eine gerechtere und sozialere Kinder- und Familienpolitik. SOS-Kinderdorf wird auf eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen im Interesse von Kindern und Familien bestehen und sich weiterhin aktiv für ihre Rechte und Belange einbringen.

#Zeitfürmehr: Mehr Informationen zur Kampagne #ZeitfürMehr finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung des SOS-Kinderdorfs vom 25. November 2021

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