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drei Erzieherinnen im Gespräch

Die Qualitätsdiskussion bei der AWO

Hilde von Balluseck

30.03.2009 Kommentare (1)

Die Träger müssen den Leitungen Richtlinien und die Möglichkeiten ihrer Durchsetzung bieten. Dies geschieht bei allen großen Trägern durch den Bezug auf Qualitätskriterien. Ein Beispiel dafür ist die AWO, aus deren Website wir hier zitieren. Die Frage ist natürlich immer: Wie werden die hehren Ziele in einer Praxis umgesetzt, die sich durch viele Probleme auszeichnet? Wir freuen uns, wenn wir dazu Hinweise bekommen.

Aus: http://www.awo.org/dienstleistungen/kinder-und-jugend/kindertageseinrichtungen/qualitaet.html

Qualität der AWO-Kindertageseinrichtungen

„Qualität“ ist ein relativer Begriff und beinhaltet Wertorientierungen, Normen und Vorstellungen der Beteiligten. Für die Arbeiterwohlfahrt setzt das Leitbild den Werterahmen. Aus ihm ergeben sich zentrale Leitorientierungen für die Gestaltung der sozialen Dienstleistung. Die Orientierung am Leitbild ist eine Säule des Qualitätskonzeptes der Arbeiterwohlfahrt, diese wird ergänzt durch das systematische Qualitätsmangementsystem nach der DIN ISO 9000: 2001
Mit den beiden Säulen

  • der Entwicklung von Qualitätsvorgaben und Qualitätsstandards, auf der Grundlage des AWO Leitbildes und
  • der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach der DIN ISO 9000: 2001

hat die Arbeiterwohlfahrt ein Qualitätskonzept verabschiedet, das systematische und gesteuerte Qualitätsentwicklung ermöglicht. Die Qualitätskriterien der Nationalen Qualitätsinitiative sind hierbei berücksichtigt.

Die Implementierung eines QM- Systems auf der Grundlage der DIN-ISO 9000: 2001 beinhaltet auch eine Zertifizierung. Dies bedeutet, das von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften überprüft wird ob die dokumentierten Qualitätsziele auch tatsächlich umgesetzt werden. Um ein weit verbreitetes Mißverständnis aufzugreifen: Bei der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN ISO 9000: 2001 ist nicht die Zertifizierung das Ziel, sondern ein systematisch gesteuerter Qualitätsentwicklungsprozeß. Man kann auch ein Qualitätsmanagementsystem implementieren ohne dieses zertifizieren zu lassen. Oder ein Träger entscheidet, die Zertifizierung zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt durchzuführen

Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement

Die Festlegung auf Ziele ist eine unbedingte Voraussetzung zur Erreichung von Qualität in Kindertageseinrichtungen; sie garantieren aber letztlich noch keine Umsetzung in die Praxis. Dafür bedarf es einer Operationalisierung der Ziele für das fachliche Handeln und eines Verfahrens, das die Umsetzung und Überprüfung dieser Ziele sichert.
Dieser Anspruch gilt für alle sozialen Arbeitsfelder und ist im eigentlichen Sinne nicht neu. Zum fachlichen Handeln gehörte schon immer ein geplantes, methodisches Vorgehen.

In der Praxis wurde häufig die Dokumentation und Überprüfung der Ziele, die gesteuerte Festlegung der weiteren Schritte oft vernachlässigt. Mit einem Qualitätsmanagmentverfahren werden die einzelnen Schritte qualitativen Handelns systematisch geplant, die Zielerreichung überprüft und deren Ergebnisse als Grundlage für das weitere Vorgehen berücksichtigt. Damit wird „Qualitätsentwicklung“ nicht nur behauptet sondern auch belegt und ermöglicht einen systematisch angelegten ständigen Verbesserungsprozeß.

Fachberatung und Fortbildung

Fachberatung und Fortbildung als Qualitätsgaranten für die Arbeit

Ein wesentlicher Aspekt von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder ist die Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Anforderungen steigen stetig und eine einmal erworbene Qualifikation reicht nicht aus, um die kontinuierliche Entwicklungen dieses Bereiches ausreichend begleiten zu können. Die Arbeiterwohlfahrt erwartet daher, dass sowohl Leitungskräfte als auch alle anderen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Fach- und Handlungskompetenz ständig erweitern.

Fachberatung und Fortbildung sollen hier eine Hilfe sein, um das Wissen und Können der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ständig zu aktualisieren. Insgesamt sind ca. 90 Fachberater und Fachberaterinnen bei der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt. Sie stehen den Kindereinrichtungen mit Rat und Tat zur Seite. Fachberatung sichert somit auch, dass die Mitarbeiterinnen über Diskussionen im Verband informiert werden und dass beschlossene Qualitätsstandards auch Eingang in die pädagogische Praxis finden.

Gleichzeitig ist aber auch die Weiterqualifizierung der Fachberater und Fachberaterinnen selbst ein wichtiges Merkmal qualitativer Arbeit im Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder. Hierzu veranstaltet die Arbeiterwohlfahrt regelmäßig bundesweit themenspezifische Fortbildungen, um den Austausch der Fachberater und Fachberaterinnen untereinander und im Dialog mit Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten. Fachberater und Fachberaterinnen nehmen überdies verpflichtend an Qualitätsmanagementschulungen teil.

Quelle: http://www.awo.org/dienstleistungen/kinder-und-jugend/kindertageseinrichtungen/qualitaet.html

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