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PALME - eine besondere Form der Diskriminierung alleinerziehender Mütter

11.07.2010 Kommentare (3)

Der VAMV (Verband alleinerziehender Mütter und Väter) hat eine kritische Stellungnahmen verfasst zu einem Programm, das ein Prof. Matthias Franz entwickelt hat. Mit diesem Programm sollen ErzieherInnen befähigt werden, alleinerziehende Mütter zu unterstützen. Die Stellungnahme setzt sich mit den Grundlagen, Vorannahmen, dem Vorgehen und der empirischen Auswertung des PALME-Elterntrainings auseinander.

Der VAMV hält es für normal, dass Alleinerziehende, wie andere erwachsene Menschen, psychologi-sche Hilfe, Beratung und Unterstützung benötigen können. Er wendet sich jedoch gegen eine stigmatisierende Einordnung insbesondere alleinerziehender Mütter. Den Wortlaut der Stellungnahme können Sie downloaden unter http://www.vamv.de/stellungnahmen/article/vamv-stellungnahme-zu-palme.html?tx_ttnews[backPid]=68&cHash=e83d338f95

 

 

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Kommentare (3)

b. 15 Dezember 2015, 20:36

" Bin ich behindert? Hab ich eine Behinderung, weil ich ein Kind habe und kann deshalb nicht in ein Kosmetikstudio?"



Bei Behinderten wäre eine solche Behandlng auch nicht o.k. gewesen und übrigens auch nicht bei Hundehaltern. Wer einen Hund hat, muss sich leider ständig so behandeln lassen.

Wieschollek 18 August 2014, 07:50

Am 06. August hatte ich im Kosmetikstudio „Die Schönmacher“ in Berlin-Lankwitz einen Termin zur Hand- und Fußpflege. Ich hatte mein 4-jähriges Kind dabei, welches mir von der Kosmetikerin vorgeschlagen wurde, da es für mich schwierig ist, es terminlich so einzurichten, dass jemand auf mein Kind aufpasst, damit ich für 0,5 Stunden in ein Kosmetikstudio gehen kann. Also nahm ich mein Kind an diesem Tag mit.

Zuerst wurden meine Hände behandelt. Mein Sohn saß auf einem Sessel neben mir. Dabei schaute er sich die Nagelläcke an, woraufhin ich ihm sagte, dass er aufpassen solle. Später fasste er Reste einer alten Uhr an. Wieder wies ich ihn darauf hin, dass er es lieber sein lassen solle, damit nichts kaputt gehe oder runterfalle. Jedes Mal hörte er, und ich passte genau auf. Zwischendurch unterhielt ich mich mal mit der Kosmetikerin, mal mit meinem Sohn. Wurde es ein einziges Mal ein wenig zu lebhaft, wies ich ihn darauf hin, dass wir nicht allein da seien und wir deshalb leiser sprechen sollten.

Danach ging es in eine andere Behandlungskabine, wo meine Füße behandelt werden sollten.
Die Kosmetikerin kam zurück und sagte noch bevor sie begann meine Füße zu behandeln: „So, ich muss jetzt mal was loswerden. Das mit dem LÜTTEN das geht leider nicht. Er ist zwar ganz süß, aber Sie können mit ihm nicht mehr herkommen. Das soll ich Ihnen ausrichten. Das kommt jetzt nicht von mir.“

Ich wurde sehr still und war schockiert. Waren wir zu laut gewesen? Hatte mein Sohn Dinge kaputt gemacht? Mit Dingen geworfen? Leute beschimpft? Sich auf den Boden geschmissen und laut geschrien? Nein, nichts von all dem. Ich hielt still und dachte nach. Dann fragte ich fragte nach, ob sich jemand beschwert hätte und von wem das kam. Man antwortet mir, dass es von der Chefin gekommen sei. Und prompt hörte ich während meiner Behandlung draußen Stimmen und einen lauten Föhn, und dieses Mal fühlte ich mich gestört. Da man mir keinen Grund genannt hat, konnte ich mir in diesem Moment nicht verdrücken danach zu fragen, ob es denn verboten sei, in dem Salon zu sprechen und erntete dafür eine bösen Blick und eine: „Ach Frau... wissen Se was.“ Das hat mich sehr verletzt. Ich musste weinen.
Ein wenig später sagte ich, dass ich nie wieder kommen werde, nie wieder nur einen einzigen Cent dalassen werde und mir ein neues Kosmetikstudio suchen würde. Darauf bekam ich die Antwort: „Ach wissen Se Frau..., durch meine 05-jährige Berufserfahrung weiss ich, dass es sehr schwierig sein wird einen anderen Ort zu finden.“ Ja, na klar, in Berlin gibt es auch nur mehr als 0000 Kosmetikstudios und nur sehr viele Nagelstudios und alle werden natürlich so intollerant sein.

Man kann sich jetzt natürlich fragen, warum ich mit meinem Kind in ein Kosmetikstudio gegangen bin, obwohl Menschen dort hingehen, um sich etwas Gutes zu tun. Ganz einfach: Weil man es mir so angeboten hat, weil der Vorschlag vom Personal selbst kam, und weil ich keine Möglichkeit hatte, um meine Sohn von jemandem betreuen zu lassen. Und, weil auch ich mir etwas Gutes tun wollte. Worum soll ich also denken ohne mein Kind ja, mit meinem Kind nein. Bin ich behindert? Hab ich eine Behinderung, weil ich ein Kind habe und kann deshalb nicht in ein Kosmetikstudio? Ich halte das für eine Diskriminierung höchsten Grades in einer hochentwickelten Gesellschaft des 20. Jahrhunderts.

Was ich besonders schlimm daran finde ist, dass man mir diese Nachricht nicht nach, sondern vor der Behandlung übermittelt hat, wodurch meine Behandlung völlig unentspannt verlaufen ist. Und ich war noch so doof und habe es bezahlt. Ich hätte aufstehen und einfach gehen sollen.

Erst danach sah ich, dass meine Füße nicht ganz zufriedenstellend behandelt wurden. Und auch unter dem Nagellack an meinen Fingern entdeckte ich kleine Luftbläschen.

Solch eine Erfahrung wünsche ich niemandem und vor allem keiner Mutter.

Falch Robert 21 Juli 2010, 19:33

Als Alleinerzieher Mann bin ich mehr als belastet und mit mehr meine ich die alleinerziehenden Frauen. Der Arbeitsmarkt ist eher ausgerichtet auf solche als auf einen Mann . Bin aufgrund von Todesfall zu solchem AE geworden und seither mit Hartz4 konfrontiert und zwar massiv(Schikanen -Willkür) In der Gesselschaft ist auch solch ein Status als Mann mit sehr Zwiespältigem Beobachten einhergehend! Die meine Erfahrunfg seit nun 8 Jahren!

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