ErzieherIn.de
Alltag in der Kita

Lernort Praxis: Die Berufsbegleitende Ausbildung in Berlin

Hilde von Balluseck, Rainer Maischein, Claudia Potalivo, Gerda Wunschel-Gavlasz

26.04.2013 Kommentare (5)

Wir beginnen heute mit einer Serie zu den verschiedenen Neuerungen, die wir in der ErzieherInnenausbildung beobachten können. Ein großer Teil dieser Neuerungen beruht auf dem Fachkräftemangel, der Länder, Träger und Fachschulen quasi zwingt, sich neue Lösungen auszudenken und zu praktizieren, die den Fachkräftemangel lindern helfen. Aus diesem Grund wird auch mehr als bisher auf die berufsbegleitende Ausbildung gesetzt. „Berufsbegleitende Ausbildung“ heißt, dass während der Ausbildung an einer Fachschule auch Praxisphasen eingebaut sind, in denen die SchülerInnen praktische Erfahrungen erwerben, die die Schule begleitet. Dabei wird zwischen dem Träger der Einrichtung und der Schülerin/dem Schüler (im Folgenden wird nur die weibliche Form benutzt) ein Arbeitsvertrag geschlossen. Bei der praxisorientierten Ausbildung in Baden-Württemberg wird im Gegensatz dazu ein Ausbildungsvertrag zwischen Schule und Schülerin geschlossen.

Die berufsbegleitende Ausbildung ermöglicht den Studierenden/Schülerinnen, während der Ausbildung ihren Lebensunterhalt – zumindest teilweise - verdienen zu können. Für die Träger ergibt sich die Chance, frühzeitig die künftigen Fachkräfte mit der praktischen Arbeit vertraut zu machen. Der Unterricht an den Fachschulen wird durch die Erfahrungen der Studierenden/SchülerInnen in der Praxis belebt.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat soeben ein Programm aufgelegt, mit dem die Anstrengungen der Träger bei der berufsbegleitenden Ausbildung gefördert werden sollen. Insgesamt werden dafür zusätzliche halbe Stellen für die Praxisanleitung finanziert. Die Anzahl der Projekte ist jedoch eng begrenzt, die Stellen werden über die zuständigen Ministerien ausgeschrieben und vergeben.  Von daher kommt unser Editorial zur rechten Zeit.

Wir stellen im Folgenden die verschiedenen Facetten der Berufsbegleitenden Ausbildung in Berlin vor. Dazu haben wir Gerda Wunschel-Gavlasz, Geschäftsführerin von INA.KINDER.GARTEN, Claudia Potalivo, Leiterin des Oberlin Seminars und Rainer Maischein,  Leiter  der Abteilung Teilzeitstudium am Oberlin Seminar in Berlin befragt. Außerdem haben sich zu dem Thema eine Kita-Leiterin und zwei Erzieherinnen in der Praxis, die als Mentorinnen tätig sind, zu der Frage geäußert, welche Aufgaben die Anleitung und Begleitung von Mitarbeiterinnen in der Ausbildung mit sich bringen. Dieses schriftliche Interview mit Kommentaren zeigt, welche Möglichkeiten die berufsbegleitende Ausbildung bietet, aber auch, welche Probleme Schule und Träger zu bewältigen haben. Ganz offenbar nehmen die Fachschulen die Aufgabe der Unterstützung der Praxis in unterschiedlichem Maße wahr. Wir lassen hier eine Fachschule zu Worte kommen, deren Leitungskräfte diese Aufgabe sehr ernst nehmen. Deutlich wird aber auch, dass die politische Ebene die Träger stärker unterstützen muss, wenn mehr Fachkräfte ausgebildet werden sollen.  Insofern ist das Programm Lernort Praxis ein erster Ansatz zur Verbesserung der Situation.

DAS INTERVIEW

ErzieherIn.de: Wie schätzen Sie den Wert der berufsbegleitenden Ausbildung für die Kompetenzentwicklung von frühpädagogischen Fachkräften ein? 

Claudia Potalivo (Oberlin Seminar): Wir arbeiten inzwischen mit dem zweiten Jahrgang Studierender im Teilzeitstudium, führen gerade Aufnahmegespräche für den dritten Jahrgang. Da ist es sicher zu früh Urteile über den Wert oder die Qualität der Ausbildung abzugeben. Wir sind ja gerade in der Entwicklung des Studien- und Ausbildungsganges. Mit Sicherheit sagen kann ich jedoch: Bei unseren Studierenden in Teilzeit handelt es sich um sehr ernsthafte Frauen und Männer, die hoch motiviert in die Ausbildung gehen und auch das Fachschulstudium als eine Chance für ihre weitere Professionalisierung begreifen. Wir müssen die Rollenklärungen der Studierenden bei deren Aneignung von Theorie und Praxis begleiten. Auch privat ändert sich für viele Studierende mit dem Eintritt in die Ausbildung manches.  

Für uns als Fachschule stellt dies eine Herausforderung dar. Sie können in Inhalt und Form nicht in der gleichen Weise pädagogisch mit den Teilzeitstudierenden arbeiten, wie dies in der Vollzeitausbildung geschieht. Die Teilzeitstudierenden stellen sofort Anforderungen an eine Vermittlung von Theorie und Praxis, sie fragen nach dem Wert der Theorie für die Anwendungen im Alltag, nach dem Nutzen des Gelernten. Das ist auch für meine Kolleginnen und mich eine große Herausforderung. Eigentlich geht es darum mit den Studierenden gemeinsam ein internes Curriculum zu entwerfen und dem vorgegebenen Rahmenplan Genüge tun. Das berufsbegleitende Studium bietet den Studierenden in der Fachschule für Sozialpädagogik daher die Möglichkeit zur Bewältigung thematisch komplexer Aufgabenstellungen und Anforderungssituationen. Die Studierenden erwerben hierdurch im Laufe der Ausbildung ein reflexives Handlungswissen.

Das Teilzeitstudium ist Erwachsenenbildung und wir müssen den Studierenden gut zuhören, um die Bedürfnisse und Anforderungen zu hören und zu erkennen. Ich denke, wir sind hier im Oberlin-Seminar auf einem guten Weg. So haben wir zum Beispiel einen Theorie begleitenden Unterricht entwickelt und damit einen Teil unseres Profils analog zur Vollzeitausbildung projektiert. Für das Teilzeitstudium sind ja keine Profilkurse oder -projekte vorgesehen, wir haben hier im Haus jedoch die Erfahrung gemacht, dass in diesen Profilbereichen die Persönlichkeitsentwicklung unserer Studierenden, ihre pädagogische Haltung und Professionalisierung die größte beobachtbare Entwicklung erfährt.

ErzieherIn.de: Wie viele Schülerinnen bewerben sich pro Jahr bei Ihnen, um die berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren? Was raten Sie denjenigen, die Sie nicht annehmen können?

Gerda Wunschel–Gavslasz (INA.KINDER.GARTEN): Wir bekommen zurzeit ein Vielfaches an Anfragen nach Plätzen für eine berufsbegleitende Ausbildung im Vergleich zu den Bewerbungen von bereits qualifizierten Fachkräften. Um unsere Fachkräfte nicht zu sehr zu belasten, nehmen wir nur dann neue Quereinsteiger auf, wenn in Ausbildung befindliche Mitarbeiterinnen ihre Ausbildung beenden. Zwar haben alle Berliner Träger die Erlaubnis, bis zu 20% unausgebildetes Personal in einer Kita zu beschäftigen, das ist jedoch nicht realistisch. Für uns ist das eine Frage der Qualität und natürlich auch eine Frage der Kapazität, die die Praxis an Unterstützung leisten kann. Wir möchten das Bestmögliche tun, die  Belastung unserer Mitarbeiterinnen gering zu halten. Denjenigen, denen wir keine Praxisstelle für ihre berufsbegleitende Ausbildung bieten können, können wir daher leider nur den Rat geben, es immer weiter bei allen Trägern zu versuchen, da jederzeit ein Platz frei werden könnte.

ErzieherIn.de: Was bedeuten SchülerInnen in der berufsbegleitenden Ausbildung für den Träger?

Gerda Wunschel-Gavlasz: Wir sehen einerseits in der berufsbegleitenden Ausbildung eine große Chance, denn wir können die Mitarbeiterinnen passgenau für unsere Kitas ausbilden. Andererseits entsteht daraus eine hohe Belastung für die Praktikerinnen: Die Mitarbeiterinnen in der berufsbegleitenden Ausbildung werden ja mit ihrer Arbeitszeit vollständig auf den Personalschlüssel angerechnet. Dennoch können sie – was selbstverständlich ist - vieles nicht, was man eigentlich von seiner Kollegin oder seinem Kollegen in der Arbeit mit den Kindern erwartet. Eine Vielzahl von Aufgaben (Bildungs- und Entwicklungsdokumentation, Sprachlerntagebuch, Entwicklungsgespräche mit Eltern usw.) liegt daher allein auf den Schultern der erfahrenen Erzieherinnen. Hinzu kommt die Aufgabe der Anleitung, die sehr anspruchsvoll ist. Dafür braucht es Mentorinnen, die sich verantwortlich fühlen und systematisch und regelmäßig mit den Auszubildenden planen, reflektieren und ihnen Feedback geben.

ErzieherIn.de: Welchen Anteil können Auszubildende in der Kita haben, ohne dass die Qualität der  Arbeit leidet?

Gerda Wunschel-Gavlasz:Wir denken, ein bis zwei Auszubildende pro Kindertagesstätten sind ausreichend, denn es muss eine ausreichende Praxisanleitung gesichert sein. Es kommt natürlich auch auf die Person und die Persönlichkeit der Auszubildenden an. Wir haben Mitarbeiter/innen in berufsbegleitender Ausbildung, die sehr zugewandt auf die Kinder eingehen, sehr lerninteressiert und bereit sind, das Beste zu geben. Sie saugen alle Anregungen förmlich auf, lesen viel Fachliteratur und setzen das Gelernte in die Praxis um. Aber nicht alle Personen sind gleich und deshalb brauchen andere sehr viel mehr Unterstützung und Anregung, obwohl sie am Ende ebenfalls sehr qualifizierte Erzieher/innen sein werden.

ErzieherIn.de: Wie hoch ist die Bezahlung der Fachkräfte in Ausbildung? Wie werden sie auf den Stellenschlüssel angerechnet? Ist diese Lösung für Sie befriedigend?

Gerda Wunschel-Gavlasz: Wir haben in unserer Entgeltordnung, die nun von einem Tarifvertrag abgelöst wird, eine eigene Entgeltstufe. Diese gilt nur für die Zeit der Ausbildung und enthält zwei Stufen, im ersten Jahr verdient man 1.990 Euro, im zweiten und dritten Jahr verdient man 2.060 Euro. Danach wird man in die Entgeltstufe für Erzieherinnen übernommen und beginnt mit 2.125 Euro. Dieses Gehalt steigt im Lauf der Jahre auf 2.530 Euro. Die neuen Mitarbeiter bekommen wie alle anderen im Dezember eine Sonderzahlung von 60 Prozent. Wir finden, dass das Einstiegsgehalt schon sehr nahe an dem Einstiegsgehalt unserer Erzieherinnen ist, denn letztendlich müssen wir die gleiche Arbeit von allen verlangen, die sogenannten Quereinsteiger werden ja von Anfang an auf den Stellenschlüssel angerechnet. Das geschieht durch einen Antrag, den wir bei der Senatsverwaltung stellen. Diese Lösung ist nicht befriedigend, denn diesen Mitarbeiterinnen fehlt natürlich am Anfang der gesamte theoretische Hintergrund und die Mitarbeiterinnen in der Praxis müssen viel Zeit investieren.

Rainer Maischein (Oberlin Seminar): Unsere Erfahrungen sind hier recht unterschiedlich. Ein Tarifmodell, so wie es oben  beschrieben ist, wäre als allgemein gültige Regelung für alle Studierenden in der Teilzeitausbildung von großem Wert und von beruhigender Verbindlichkeit. Unserer Erfahrung nach variiert die Bezahlung unserer Studierenden jedoch je nach Träger der sozialpädagogischen Einrichtung und dem damit verbundenen Arbeitsvertrag. Wir haben Studierende, die solche sicheren Vertrags- und Gehaltsvereinbarungen haben, daneben gibt es jedoch Einzelfälle mit halbjährlichen Arbeitsverträgen und Entlohnungen von 300 € im Monat, das war nach unserer Erfahrung die geringste Bezahlung. Also das ist mehr als grenzwertig und zeigt ganz deutlich Handlungs- und Regelungsbedarf an. Hier haben auch die Tarifparteien Verantwortung und Fürsorgeverpflichtungen.

ErzieherIn.de: Wie begleitet die Fachschule die praktische Ausbildung?

Claudia Potalivo: Das Verhältnis von Fachschule und Praxis ist ja in der Ausbildungsverordnung nicht geregelt, es gibt zum Beispiel kein Kooperationsgebot für beide Bereiche, so wie dies für die Vollzeitausbildung besteht. Rechtlich handelt es sich um zwei völlig getrennte Bereiche. Wir sind an die Träger und unsere Ausbildungspartnerinnen in der Praxis, die Anleiterinnen und Anleiter mit Kooperationsangeboten und einen fachlichen Austausch herangetreten. Die PraktikerInnen erhalten  hier u.a. durch Treffen in der Fachschule für Sozialpädagogik Einblicke in die aktuellen Ausbildungsinhalte und –strukturen. Unsere Erfahrungen sind hier ganz überwiegend sehr gut, nur wenige verweigern eine Zusammenarbeit und einen fachlichen Austausch. Wir führen diese Fachtreffen mit den Anleiterinnen regelmäßig durch und hören auch hier gut hin, was uns die Praktikerinnen zu sagen haben. Im pädagogischen Diskurs zwischen Studierenden, AnleiterInnen und DozentInnen entstehen so neue Fragestellungen und Anregungen für die Weiterentwicklung der praktischen Ausbildung und der Gestaltung des Teilzeitstudiums.

Dann haben wir im Theorie begleitenden Unterricht Praxisbesuche in Gruppen vorgesehen, die sicher auch zu einer Vertiefung der Arbeitsbeziehungen beitragen. Wir sind auch hier auf die Kooperation mit den Trägern angewiesen. Aber wie  gesagt, unsere Erfahrungen mit den Anleiterinnen und einzelnen Trägervertreterinnen sind sehr gut. Alle an der Zusammenarbeit zwischen dem Lernort Schule und dem Lernort Praxis profitieren unmittelbar daran. Mir und meinen Kolleginnen und Kollegen ermöglicht dieser Austausch u.a. von den reichhaltigen Erfahrungen der Anleiterinnen und Anleiter zu erfahren.

Kopfschmerzen hat uns der Umstand bereitet, dass die fachpraktische Ausbildung in nur einem Handlungsfeld erfolgt. Da sehen wir doch erhebliche Nachteile für unsere Teilzeitstudierenden im Vergleich zur Vollzeitausbildung. Auch hier haben wir jetzt ein Modell entwickelt, das Studierenden zumindest in einem weiteren sozialpädagogischen Handlungsbereich einen vertiefenden Einblick ermöglicht. Wir sind gerade dabei dieses Modell umzusetzen, machen erste Erfahrungen und werden dann weiter sehen. Aber gerade in dieser Hinsicht fehlen auch spezifische Regelungen in der Ausbildungsordnung, die auf Teilzeitstudium zugeschnitten sind.

ErzieherIn.de: Gibt es Probleme der berufsbegleitenden Ausbildung für die Schule/Lehrkräfte? Welche sind das?

Rainer Maischein: Generell würde ich sagen, die bereichernden Elemente für die Schule und die Kolleginnen überwiegen, Probleme stehen im Hintergrund.

Auf die verschiedenen Entwicklungsaufgaben, die additiv auf unser Kollegium zukamen, habe ich bereits verwiesen, diese zusätzlichen Aufgaben der Schulen müssten von der Senatsseite her als Aufgabe mit Regelungsbedarf verstanden werden. Dies gilt auch für die organisatorische und inhaltliche Gestaltung der Arbeitsprozesse zwischen Schule und Praxis, das sind alles wichtige und notwendige Aufgaben, die additiv von den Kolleginnen erledigt werden.  Auch eine Erfahrungsauswertung und inhaltliche Weiterentwicklung der Ausbildungsordnung der Teilzeitausbildung sollte den Senat interessieren. Wer weiß, vielleicht kommt dies ja im Zusammenhang mit den auch zeitlich dringend notwendigen  Konsultationen zur Reform der Erzieherinnenausbildung im Rahmen der Einführung der länderübergreifenden Ausbildung in Gang und nimmt Fahrt auf.

ErzieherIn.de: Erhalten Sie als Träger von der Fachschule ausreichend Unterstützung oder würden Sie sich mehr wünschen? In welcher Form?

Gerda Wunschel-Gavlasz:Die Fachschulen haben die Aufgabe, ihre Schülerinnen in der Praxis aufzusuchen und mit den Mentoren Kontakt zu halten. Diese Aufgabe nehmen  Schulen aus unserer Erfahrung teilweise sehr ernst und andere nehmen sie kaum oder gar nicht wahr. Wir wünschen uns von den Fachschulen, dass  sie die Mentorinnen und Mentoren systematisch und regelmäßig qualifiziert und begleitet sowie einen ausführlichen schriftlichen Leitfaden für sie erarbeitet. Auch die regelmäßigen Besuche in der Praxis sind sinnvoll und wichtig.

ErzieherIn.de:  Erhalten Sie von der Senatsverwaltung ausreichende Unterstützung bei der Übernahme von Ausbildungsaufgaben? Wenn nein, welche Unterstützung halten Sie für angemessen?

Gerda Wunschel-Gavlasz: Nein, es gibt keine ausreichende Unterstützung bei der Übernahme von Ausbildungsaufgaben. Die praktische Ausbildung ist allein Sache des Trägers, bzw. der Kindertagesstätte, in der Quereinsteiger beschäftigt sind. Das ist in keiner Weise zufriedenstellend, denn die Anleitung nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, wenn man sie denn sorgfältig durchführen will. In unserer größten Kita mit über zweihundert Plätzen wollte das Team die Anleitung von vier Mitarbeiterinnen in berufsbegleitender Ausbildung so lösen, dass eine Erzieherin mit einem Stellenanteil 25 v.H. als Anleiterin freigestellt wird. Das geht aber nur so lange gut, bis keine relevanten Ausfallzeiten durch Krankheiten, Urlaub oder frei gewordene Stellen entstehen. In der Praxis also fast nie. Aber der Gedanke, dass jemand für diese Aufgabe Zeit benötigt, die im Stellenschlüssel ersetzt werden müsste, ist der richtige.

ErzieherIn.de: Wie schätzen Sie das neue Bundesprogramm „Lernort Praxis“ ein?

Gerda Wunschel-Gavlasz: Das Konzept ist ein erster Einstieg und ein Ansatz, den Lernort Kindertagesstätte wahrzunehmen, ernst zu nehmen und zu stärken. Aus den bisherigen Vergleichen verschiedener Kitas und Schulen sieht man ja, dass die Kooperationen zwischen dem Lernort Praxis und dem Lernort Schule sehr unterschiedlich gelebt werden. Über dieses Programm könnte ein gutes Mentoringkonzept entstehen.

ErzieherIn.de: Wie viele der Schülerinnen, die Sie mit ausbilden, übernehmen Sie nach abgeschlossener Ausbildung als Fachkraft?

Gerda Wunschel-Gavlasz: Alle, wir stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spätestens nach zwei Jahren fest ein. Der Vertrag enthält allerdings die auflösende Bedingung, dass die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden muss. Wir möchten ja qualifiziertes Personal gewinnen, sonst würde sich der Aufwand, den die Praxis investieren muss, auch nicht lohnen!

ErzieherIn.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Hilde von Balluseck.

Die InterviewpartnerInnen:

Rainer MaischeinRainer Maischein

Rainer Maischein, Politik- und Sozialwissenschaftler, Dozent am Oberlin Seminar, zuständig für die Preaxisverbindung der Teilzeitausbildung.

Claudia PotalivoClaudia Potalivo

Claudia Potalivo ist Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin und hat in den letzen Jahren in Berlin und Baden-Württemberg an der Konzipierung und Umsetzung von Studiengängen in der Elementarpädagogik mitgewirkt. Seit einem Jahr leitet sie das Oberlin-Seminar in Berlin, einem ev. Schulzentrum, das drei Bildungsgänge unter einem Dach bietet: die Fachschule für Sozialpädagogik, die Fachoberschule für Gesundheit und Soziales (Schwerpunkt Sozialpädagogik) und die Berufsfachschule für Sozialwesen.

Gerda Wunschel-GavaszGerda Wunschel-Gavasz

Gerda Wunschel-Gavasz, Erzieherin, war als Leiterin der kommunalen Kindertagesstätte Dresdener Straße im Bezirk Kreuzberg bereits an der Planung und dem Aufbau der Einrichtung beteiligt. Die Gestaltung von Kitaräumen nahm dabei einen Schwerpunkt ein. Sie ist Mitautorin des Buches „Erfahrungsraum Kita“.  Während der Verwaltungsreform im Land Berlin engagierte sie sich in einer kommunalen Kita-Werkstatt zum Thema Personalmanagement. Im Jahr  2002 begann sie mit der Vorbereitung zur Gründung des Trägers INA.KINDER.GARTEN und ist seit 2004 kaufmännische Geschäftsführerin und seit 2008 geschäftsführende Gesellschafterin des gemeinnützigen Trägers. In dieser Funktion verantwortet sie u.a. das Personalmanagement.

Was bedeutet die berufsbegleitende Ausbildung für die Kitaleitung und die Erzieherinnen, die als Mentorinnen tätig sind?

Jacqueline Zabel, Kitaleiterin:

Die Mitarbeiterinnen, die in unserer Kita ausgebildet werden, erhalten eine praxisorientierte Ausbildung mit der Möglichkeit, den Beruf der Erzieherin von Grund auf zu erlernen und die Erfahrungen in die schulische Ausbildung mit einfließen zu lassen. In unserem Fall arbeiten die Schülerinnen vier Tage in der Woche in der Kita und besuchen an einem Tag die Schule.

Anfänglich benötigen sie große Unterstützung bei der täglichen Arbeit, dies bedeutet für Mentorin und Team Mehrarbeit, denn es ist nötig, Zeitfenster für Mentorin und Schülerin zu schaffen, um die monatlichen Zielvereinbarungen zu erarbeiten, gemeinsam zu planen, auszuwerten und die pädagogische Arbeit zu dokumentieren.

Gerne übernehmen wir Mitarbeiterinnen, die bereits eine Ausbildung zur Sozialassistentin haben und bei uns ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Die Kompetenzen dieser Schülerinnen sind uns vor Schulbeginn bekannt und wir unterstützen und motivieren sie, sich für eine Ausbildung zu bewerben. Auch Schülerinnen, die einen anderen beruflichen Hintergrund haben, bereichern unser Team, da die bereits erworbenen beruflichen Kompetenzen in die pädagogische Arbeit einfließen können.

Schülerinnen in der Kita auszubilden, sollte immer eine Teamentscheidung sein, denn auszubilden heißt für das gesamte Team „zurückzustecken“ – die Mehrarbeit der Mentorin wird ausgeglichen, die Blockwochen der Schülerinnen müssen in der Urlaubsplanung des Teams bedacht werden und wie in unserem Fall, wenn beide Schülerinnen freitags in der Schule sind, kann keine weitere Kollegin frei nehmen. Zustande kommt dies auch, weil diese Mitarbeiterinnen komplett auf den Personalschlüssel angerechnet werden.

Von Seiten der Eltern besteht eine große Akzeptanz gegenüber den Schülerinnen, sie respektieren sie und unterstützen sie bei der Ausbildung, indem sie sich für Hausarbeiten interviewen lassen und ihnen die Erlaubnis erteilen, Bildmaterial ihrer Kinder für ihre Arbeitsaufträge zu nutzen.

Wir würden uns eine größere Zusammenarbeit mit den Schulen wünschen, um gegenseitig von den Kompetenzen der anderen zu profitieren.

Unsere beiden Schülerinnen sind im dritten Jahr der Ausbildung und wir freuen uns, wenn wir ihnen nach Abschluss ihrer Ausbildung als Erzieherin in unserem Haus eine Stelle anbieten können. Das haben wir auch so eingeplant.

Gaby Mutrack, Erzieherin in der Kita Brüsseler Straße und Mentorin:

Wir führen in zweiwöchigem Abstand Reflexionsgespräche mit unseren Schülerinnen. Positiv ist, dass sie ihre Ideen, die sie aus dem Unterricht mitbringen, ins Team einbringen. Das ist durchaus eine Bereicherung für uns. Es bedeutet aber auch, die Wochenplanung auf die Aufgaben abzustimmen, es werden zusätzliche Vorbereitungs- und Absprachezeiten benötigt. Elterngespräche müssen ebenfalls mit den Schülerinnen vorbereitet werden, denn wir möchten ja, dass sie diese mit Abschluss der Ausbildung selbstständig führen können. Zunächst ist die Mentorin dabei und gibt ein Feedback. Gleiches gilt auch für die Moderation der Elternabende. Meine Kollegin hat sich sehr gefreut, als sie eigene Bezugskinder bekam und deren Lerndokumentationen führen durfte. Das brauchte natürlich ebenfalls Vorbereitung und Kontrolle.

Wir haben als Team entschieden, dass eine Erzieherin die Aufgabe als Mentorin kontinuierlich übernimmt, denn wir begleiten einen Bildungsweg und deshalb ist es gut, das von der ersten bis zur letzten Ausbildungsstunde zu tun. Nicht so zufrieden war ich mit der Zusammenarbeit der Ausbildungsstätte. In den drei Ausbildungsjahren gab es nur ein Treffen. Dieses fand im zweiten Ausbildungsjahr statt. Durch die Schule fühlte ich mich schlecht informiert.

Justyna Schmelter, Erzieherin in der Kita Flurweg und Mentorin:

Wir schaffen die Anleitung der Schülerinnen, weil die Kolleginnen solidarisch sind. Wir planen zwar regelmäßige Termine. Aber diese einzuhalten ist ja oft wegen Veränderungen der Personalsituation nicht möglich. Deshalb haben wir uns angewöhnt, uns aus dem Gruppengeschehen zu ziehen, wenn es möglich ist. Die Schule, in der meine Kollegin ausgebildet wird, hat anfangs einmal monatlich ein Anleitertreffen veranstaltet. Inzwischen findet es nur noch quartalsweise statt. Wir haben in unserer Kita festgelegt, dass die Anleitung von festen Personen übernommen wird. Aber in der Schule ist mir aufgefallen, dass die Anleiter in den anderen Kitas sehr oft wechseln. Das ist schwierig, weil es sich während der Treffen immer wieder um die gleichen Fragen, meist den Ausbildungsplan, handelt. Ich würde lieber konzeptionelle Fragen zur Anleitung und Ausbildung besprechen.

Wir versuchen in unserer Kita Kontinuität herzustellen. Neben den Gesprächen, die ich mit meiner Kollegin führe, treffen wir uns einmal monatlich mit der Co-Leitung und besprechen weitere Fragestellungen. Dort treffen sich die vier Auszubildenden der Kita mit ihren Mentorinnen.

Die Schule spricht sehr wenig mit der Kita, ich finde, die Kommunikation ist bisher nicht gut geglückt.

Jacqueline Zabel ist Leiterin der Kita Granitzstraße.
Gaby Mutrack arbeitet als Erzieherin in der Kita Brüsseler Straße.
Justyna Schmelter ist Erzieherin in der Kita Flurweg.

Träger dieser drei Einrichtungen ist INA.KINDER.GARTEN

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Kommentare (5)

  • Kurt Gerwig:
    26.04.2013 um 14:56 Uhr

    Die oben von den PraktikerInnen beschriebenen Erfahrungen (Vorteile u. Probleme) kenne ich nur zu gut. Ich bin Filmemacher und habe drei „Jungs“, die eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton machen. Diese drei jungen Menschen sind eine echte Bereicherung für unser Team, denn sie bringen neue Impulse, haben eine hohe Motivation und sind sehr engagiert. Natürlich muss man sie anleiten, das erfordert Zeit. Selbstverständlich muss ich bei der Produktionsplannung (Drehtage etc.) berücksichtigen, ob sie in dieser Zeit Blockunterricht haben (alle 6-8 Wochen sind sie für 2 Wochen in der Schule), aber das lässt sich regeln. Was sie in der Schule lernen, ist jedoch überhaupt nicht mit dem Ausb-Betrieb abgestimmt und die Schule hat es (in bislang 00 Jahren, so lange bilde ich bereits aus) überhaupt noch nicht für erforderlich gehalten, in irgendeiner Form Kontakt mit mir aufzunehmen. Entsprechend geht die theoretische Ausbildung häufig an der betrieblichen Praxis vorbei, so sagen die Jungs. Also alles Probleme, die auch die o.a. PraktikerInnen beschreiben. Ich finde die berufsbegleitende Ausbildung gut, man (die Lernlinge und auch die Betriebe) kann viel daraus machen. Aber ein Mindestmaß an Abstimmung mit der Schule muss verpflichtend sein. Doch dahinter steht m.E. nicht nur ein strukturelles Problem, sondern sehr oft auch eine nicht mehr zeitgerechte Haltung der Schulen. Da muss sich noch viel ändern! Ein anderer Punkt ist, dass den PraktikerInnen vor Ort eine weitere neue Aufgabe (die Anleitung) aufgebürdet wird und das ohne ein angemessenes Zeitkontingent zur Verfügung zu stellen. Das geht nicht und da gilt es, mehr einzufordern. Denn der Ansatz der berufsbegleitenden Ausbildung ist gut. Nur darf man das dann nicht halbherzig machen und „auf dem Rücken“ der ErzieherInnen austragen. Deren Aufgabenportfolio ist in den letzten Jahren schon umfangreich genug geworden. Trotzdem: Ich wünsche allen ErzieherInnen viel Freude im Umgang mit den jungen, meist sehr engagierten Menschen und diesen viel Erfolg bei ihrer berufsbegleitenden Ausbildung - zum Wohle der Kinder, um die es ja letztendlich immer geht. Kurt Gerwig, Filmemacher (www.paedagogikfilme.de)

    Antworten

  • Prof. Ludger Pesch:
    30.04.2013 um 17:13 Uhr

    Das Verhältnis zwischen Studium/Ausbildung einerseits und Praxis andererseits bedarf weiterer gedanklicher Anstrengung und praktischer Entwicklung. So ist keinesfalls Studium einfach nur „Theorie“. Den im Interview anklingenden Praxis-Theorie-Gegensatz gibt es m.E. so gar nicht, es ist viel komplizierter. Denn Studium/Ausbildung vollzieht sich doch auch in kommunikativen Situationen, deren Güte maßgeblich die Nachhaltigkeit der Lernprozesse bestimmt - und ist damit in jedem Moment auch Praxis. Ludger Pesch, Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin; Infos: www.khsb-berlin.de

    Antworten

  • Detlef Diskowski:
    09.06.2013 um 17:26 Uhr

    Vielen Dank für das interessante Gespräch, das viele Anregungen bietet. Ich möchte nur zwei kurze Ergänzungen machen: 0. Die erste schließt an der richtigen und wichtigen Bemerkung von Ludger Pesch an. Wer das Verhältnis des Lernorts Schule zum Lernort Praxis mit dem Theorie-Praxis-Verhältnis verwechselt, - verschenkt die praktischen Lernmöglichkeiten in der Schule und die theoretischen in der Praxis; - der kann kaum den Wert erklärender, deutender und Verstehen-ermöglichender Theorie erfahren; - der verwechselt jedes (auch theorielose, rein normative) pädagogische Konzept mit Theorie ... In dieser Frage muss man genauer sein, wenn man den (unterschiedlichen) Lernmöglichkeiten beider Lernorte auf die Spur kommen will. Das ist m.E. keine „Korinthenkackerei“, sondern Voraussetzung, um den Wert von Theorie zu erfahren und sie z.B. von normativen pädagogischen Konzepten zu unterscheiden, die nicht deshalb wissenschaftliche Theorie werden, weil sie von Wissenschaftlern vertreten werden. 2. Die zweite Bemerkung bezieht sich auf die tätigkeitsbegleitende Ausbildung und die richtige und wichtige Betonung des Lernorts Praxis. Aber der Satz in der Einleitung „Insofern ist das Programm Lernort Praxis ein erster Ansatz zur Verbesserung der Situation.“ ist wohl doch etwas zuviel der Ehre. Es ist zweifellos gut, dass der Bund sich hier engagiert. Es sollten aber dabei nicht die früheren und z.T. sehr viel weitergehenden Vorhaben von Fachschulen, Trägern etc. vergessen werden. So gibt es in Brandenburg z.B. seit über einem Jahr über 50 Konsultationskitas mit dem Schwerpunkt Fachkräftequalifizierung; gibt es seit diesem Jahr eine landesseitig finanzierte Anleitungsstunde pro (tätigkeitsbegleitend) Auszubildenden ... Die vielfältigen Vorerfahrungen wurden in diesem Bundesprogramm leider nicht aufgegriffen und fortgeführt, sondern es wird ein „erster Ansatz“ gemacht. Ich befürchte wir kommen nicht schnell genug voran, wenn wir immer wieder nur erste Schritte machen. www.diskowski.de

    Antworten

  • Marion L.:
    19.11.2013 um 16:55 Uhr

    Ich bin Krankenschwester und habe mich vor einer Weile entschlossen mich beruflich zu verändern. Meinen Herzenswunsch Erzieherin zu werden scheint sich aber, trotz dem immer wieder besagten Erziehermangel, nicht zu erfüllen. Bisher haben, innerhalb Berlins, auf über 30 Anfragen die Kitas mit den Worten: „Sie bilden nicht aus“. geantwortet.Als Gründe wurden vor allen die zu hohen Personalkosten angeführt.Ich finde es echt enttäuschend und würde mir wünschen das Kitas mehr finanzielle Unterstützung erhalten wenn sie sich entschließen jemanden Auszubilden.

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    21.11.2013 um 08:34 Uhr

    Hallo Marion, es ist tatsächlich so, dass nicht alle Kitas Ausbildungsplätze für eine berufsbegleitende Ausbildung bereit halten. Dazu muss ja eine Fachkraft in der Kita vorhanden sein, die die Auszubildenden betreut und der Träger muss mit der Senatsverwaltung verhandelt haben über eine Anrechnung der Auszubildenden auf den Personalschlüssel. Geben Sie bitte nicht auf - Sie müssen einfach noch weiter suchen, auch wenn Sie schon ein paarmal enttäuscht wurden. Alles Gute und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

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Das Verhältnis der Lernorte (Praxis / Schule) ist nicht immer ein entspanntes, der Theorie-Praxis-Begriff wird oft strapaziert, mitunter verballhornt. Dieser Dialog zweier engagierter Vertreter ihrer jeweiligen „Zunft“ will dem entgegen wirken und behandelt dabei die Fragen:

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Wodurch zeichnet sich eigentlich pädagogische Qualität aus? Kann man sich andere qualifizierte Zugangswege zum ErzieherInnen-Beruf vorstellen, als die bisherigen? Tun nur ErzieherInnen den Kindern gut? Bedeutet die Zulassung von Seiteneinsteigern eine Dequalifizierung für das ganze Berufsfeld? Wie ist eine angemessene Vergütung zu sichern? Diese und andere Fragen werden von Diskowski und Eibeck deutlich angesprochen. Dabei sitzen sich zwei Experten gegenüber, die sich nicht nur gut kennen, sondern auch bestens auskennen. Heraus gekommen ist eine kontroverse, kritische Diskussion, die von hohem gegenseitigen Respekt, Sachverstand und Ideenreichtum geprägt ist und deshalb für alle, die sich ernsthaft Gedanken über die Lösung des Problems „Fachkräftemangel“ machen, sehr inspirierend sein dürfte.

Aufgezeichnet wurde die Diskussion am 07. Dez. 2012 im Regionalmuseum Kaufungen. Laufzeit: < 62 Min.

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