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Lebenshilfe: Inklusive Schule ist gar nicht so schlimm

09.07.2015 Kommentare (0)

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe sieht sich durch die Ergebnisse der am 1. Juli veröffentlichten Eltern-Umfrage der Bertelsmann Stiftung bestätigt: Dort hatte sich gezeigt, dass Eltern, die Inklusion kennen, sie positiv beurteilen – unabhängig davon, ob ihr eigenes Kind eine Behinderung hat oder nicht. Die Lebenshilfe fordert die Schulpolitik auf, deutschlandweit den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung mit aller Kraft voranzutreiben. „Die guten Noten für die Inklusive Schule machen uns Mut. Das wird der Inklusion richtig Schwung geben", sagt Ulla Schmidt, Lebenshilfe-Bundesvorsitzende und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Die Bertelsmann-Stiftung hat eine repräsentative Befragung durchgeführt und Eltern nach ihren Erfahrungen und Einstellungen zu inklusiven Schulen befragt. In den Ergebnissen zeigt sich, dass die Zustimmung zu inklusiven Schulen, zu Lehrern und Unterricht bei Eltern höher ist, wenn sie eigene Erfahrungen mit inklusiven Schulen gemacht haben. Allerdings sind viele bei geistiger Behinderung skeptisch: Während bei Kindern mit körperlicher Beeinträchtigung fast alle Befragten gemeinsamen Unterricht befürworten, sieht das für Kinder mit geistiger Behinderung nur eine Minderheit positiv.

Ulla Schmidt hat Verständnis für die Sorgen der Eltern, kennt aber aus eigener Erfahrung Schulen, wo gemeinsamer Unterricht mit Kindern mit geistiger Behinderung gut funktioniert: „Auch die Lebenshilfe ist Träger von inklusiven Schulen, natürlich auch für Kinder mit geistiger Behinderung. Hier können sich Eltern, Lehrer und Schulträger gerne darüber informieren, wie gemeinsamer Unterricht gelingen kann. Zudem öffnen sich Förderschulen der Lebenshilfe für nicht behinderte Kinder."

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat Forderungen dazu aufgestellt, welche Rahmenbedingungen die Inklusive Schule braucht. Dazu gehören gut ausgebildete Lehrkräfte, die im Team unterrichten. „Als Sonderschullehrerin, die in gemischten Klassen gearbeitet hat, weiß ich", so die Bundesvorsitzende, „dass die Zusammenarbeit von Regellehrkraft und Sonderschullehrerin die beste Voraussetzung für den gemeinsamen Unterricht ist. So kann auf jedes einzelne Kind angemessen eingegangen werden. Und die Leistungen aller Kinder können verbessert werden. Auch das hat uns die Bertelsmann-Studie bestätigt." Denn es gibt in Deutschland schon zahlreiche gute Beispiele gemeinsamer Beschulung von Kindern ohne Behinderung und Schülern mit Förderbedarf.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wird zusammen mit ihren örtlichen Vereinen und Landesverbänden weiter für ein inklusives Schulsystems eintreten. Ulla Schmidt: „Dabei werden wir die Eltern ganz konkret mit Beratung und Begleitung unterstützen. So wird es uns gelingen, dass inklusiver Unterricht in allen Schulformen zur Regel wird."

Quelle: Pressemitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. vom 1.7.2015

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