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Jakob Muth-Preis für inklusive Schule

23.03.2010 Kommentare (0)

Projektbeschreibung

Die seit Anfang 2009 verbindliche UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen fordert auch für Deutschland, schulische Bildung möglichst inklusiv zu gestalten. Inklusion bedeutet praktisch, alle Kinder gemeinsam zu unterrichten.

Der Jakob Muth-Preis möchte positive Beispiele für diesen "Gemeinsamen Unterricht" bekannt und Schulen Mut machen, damit behinderte und nicht behinderte Kinder die Schule am Wohnort besuchen können.

Mehr Teilhabe durch inklusive Schule

In Deutschland werden immer mehr Kinder zu Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erklärt - unter ihnen ein hoher Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund. Rund 85 Prozent dieser Kinder werden an separaten Förderschulen unterrichtet, die sich häufig als "Sackgasse" für ihre weitere Entwicklung erweisen: sie verbleiben in einem "Schonraum" und die Abgänger erhalten keinen qualifizierenden Schulabschluss. Eine langfristige gesellschaftliche Teilhabe wird den Jugendlichen damit wesentlich erschwert.

Deutschland steht mit seinem "pädagogischen Sonderweg" unter zweifachem Druck: sein Schulsystem wird nicht nur durch den UN-Sonderbeauftragten für das Recht auf Bildung, Vernor Munoz, als diskriminierend kritisert. Die Bildungsreformen unserer europäischen Nachbarn zeigen auch, dass Gemeinsamer Unterricht in allgemeinen Schulen für alle Kinder mit Erfolg umgesetzt werden kann.

Verbesserungsfähige Situation behinderter Kinder im deutschen Schulsystem

Als wesentliche Ursachen für das Beharrungsvermögen des deutschen Förderschul-Systems gegenüber Inklusiver Bildung für alle Kinder wird die überkommene Gesetzgebung und das komplizierte Finanzierungssystem mit den verschiedenen Verantwortlichkeiten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene angesehen.

Erschwert wird die Inklusive Bildung in Deutschland auch durch die folgenden Faktoren:

  1. Dreigliedriges Regelschulsystem mit früher Selektion,
  2. Starre curriculare Vorgaben, insbesondere in der Sekundarstufe I,
  3. Starres System der Leistungsbewertung, die an der Lerngruppe und nicht am individuellen Lernfortschritt gemessen wird,
  4. Unzuverlässige Halbtags-Regelschule,
  5. Hohe Klassenfrequenzen in Regelschulen,
  6. Eine Lehrerbildung, die bereits mit dem Beginn des Studiums trennt für eine Tätigkeit an Regel- oder an Sonderschulen.

Gelingende Integration von Kindern mit Behinderung im Regelschulsystem

Bislang gilt es in unserem öffentlichen Bewusstsein noch als "normal", Kinder mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten in besonderen Schulen zu unterrichten. Vor diesem Hintergrund können sich die einzelnen Schulen dem Ziel einer "Inklusion" nur schrittweise annähern. Viele Schulen befinden sich - oft unter schwierigen Bedingungen - auf diesem richtigen Weg.

Mit dem Jakob Muth-Preis sollen diese positiven Beispiele bekannt gemacht und dadurch andere Schulen ermutigt werden. Der Preis kann auch dazu beitragen, die "Akzeptanz von Behinderung" und das Bild einer "normalen Schule" zu verändern. Im Endeffekt würde das bedeuten:
Jede Schule respektiert die Verschiedenheit aller Kinder und praktiziert besondere Förderung der Verschiedenen in der Gemeinsamkeit. Damit würde jede "normale" Schule eine fördernde Schule für alle Kinder.

Dieser Text wurde übernommen von http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-035CAC66-BABAD4C6/bst/hs.xsl/91621_91646.htm

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