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Internetnutzung unter russischen Kindern: Wer? Wie? Was? - Studie veröffentlicht

Susanne Klinzing

07.01.2014 Kommentare (0)

Russland, das auch an der Europäischen Kids-Online-Studie teilnimmt, hat seine Teilergebnisse zum Internetverhalten russischer Kinder (9 bis 16 Jahre) veröffentlicht. Ziel der Studie war es, zu erfahren, wie Kinder und Eltern in Russland mit dem Internet und neuen Online-Medien umgehen.

Einige Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Studie sind unter anderem:

  • Etwa 50 % der Kinder gehen über einen Computer, den sie sich mit anderen teilen, ins Internet. Im Durchschnitt nutzen Kinder zwei Geräte, um online zu gehen, vor allem den PC und das Mobiltelefon. Je älter die Kinder werden, um so weniger haben die Eltern die Kontrolle über das, was ihre Kinder im Bereich Medien machen. 70 % der russischen Schulkinder zwischen 9 und 10 Jahren und über 90 % der Kinder ab 13 und älter gehen online, ohne dass die Eltern, Lehrkräfte oder andere Erwachsense dies mitbekommen. Nur ein Drittel der Kinder geht während der Schulzeit ins Internet. Im Durchschnitt gehen Kinder in Russland mit 10 Jahren das 1. Mal ins Internet, in Moskau und St. Petersburg bereits mit 9 Jahren. Etwa die Hälfte der 11- bis 12-Jährigen hat Internetkenntnisse und weiß, wie man sich online sicher bewegt. Etwa die Hälfte aller Kinder glaubt mehr über das Internet zu wissen als die Eltern.
  • 53 % der russischen Kinder sehen ein, dass das Internet Risiken und für Kinder ungeeignete Inhalte bietet. Rund ein Viertel der Befragten hat damit schon Erfahrungen gemacht. Mit jugendgefährdenden Inhalten haben, im europäischen Vergleich, in Russland doppelt so viele Kinder Erfahrungen gemacht. 14 % der Eltern glauben, dass ihr Kind durch Inhalte aus dem Internet verstört gewesen ist. In Wahrheit ist die Zahl der Vorfälle aber doppelt so hoch.
  • Für knapp die Hälfte (45 %) der Kinder bietet das Internet viele unterhaltsame und aufregende Inhalte. 20 % sagen das Gegenteil. Russische Kinder widmen sich vor allem folgenden Aktivitäten im Internet: 77 % tummeln sich in sozialen Netzwerken, 60 % schicken oder empfangen E-Mails, 56 % nutzen das sogenannte Instant Messaging, 31 % besuchen einen Chatroom, 12 % bloggen. Über 80 % der Kinder nutzen das Netz für Schulaufgaben. Rund 80 % der russischen Kinder haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk, auch 9- bis 12-Jährige, die damit die Altersbeschränkung für die Nutzung ab dem Alter von 13 Jahren übergehen.
  • Verglichen mit anderen Kindern in Europa, sehen Kinder in Russland zweimal so oft sexuelle Inhalte im Internet, sogar sechsmal öfter, wenn es um das Thema 'Pop-up-Fenster im Internet' (42 %) oder 'Soziale Netzwerke' (17 %) geht. Im Vergleich dazu verarbeiten Kinder in Russland diese Inhalte und Eindrücke aber schneller als Kinder in anderen europäischen Ländern. 43 % haben mit jemandem darüber geredet, was sie gesehen haben. Jedes 5. Kind hatte gehofft, dass sich das Problem von selbst löst und nur 10 % haben einen Weg gesucht, damit umzugehen.
  • Vom Thema 'BULLYING' waren 23 % der Kinder, die das Internet benutzen, betroffen, sowohl online als auch offline. Online-Bullying ist genauso verbreitet wie die direkte Beleidigung face-to-face. Bullying im Internet findet vor allem in den sozialen Netzwerken statt. Ältere Kinder werden dabei zunehmend zu Tätern: Jede/r 3. 13- bis 16-Jährige hat schon mal jemanden öffentlich beleidigt. Jedes 3. Kind, das jemanden im Internet beleidigt hat, wurde auch selbst schon Opfer von Bullying. Nur ein Fünftel der Eltern der Kinder, die Opfer von Bullying waren, weiß davon. Meistens suchen die Kinder Unterstützung bei ihren Freunden und weniger bei den Eltern.
  • Weniger als die Hälfte der befragten Eltern hatte verfolgt, was ihre Kinder online machen. Rund 58 % der anderen Hälfte versuchte immerhin, mit dem Kind darüber zu reden oder es auch zu ermutigen (40 %), das Internet zu nutzen. Je älter das Kind, um so weniger wurde es medial von den Eltern begleitet. 25 % der Eltern schränkten die Internetnutzung ihrer Kinder ein. Am häufigsten wurde versucht, die Veröffentlichung privater Daten zu verhindern. Am häufigsten achten die Eltern darauf, welche Internetseiten die Kinder besuchen und wie das Profil in einem sozialen Netzwerk aussieht. Am wenigstens werden die E-Mails der Kinder überprüft. In Bezug auf die Internetsicherheit denken Eltern meistens an Anti-Spam- oder Anti-Viren-Programme und weniger an das Blocken von Webseiten und an ein Zeitlimit für die Nutzung des Internets. 39 % der Kinder hatten das Gefühl, dass die Eltern ihre Internetaktivitäten beschränken. Über die Hälfte der befragten Kinder fand, dass ihre Eltern sich ausreichend für das interessieren, was sie online machen; 14 % wünschten sich mehr Interesse von den Eltern. Russische Eltern haben ein stärkeres Bedürfnis, den Internetkonsum ihrer Kinder einzuschränken als Eltern in anderen Ländern Europas.

Weitere Ergebnisse und Erkenntnisse finden Sie in dem Bericht 'Russian Kids Online' (pdf, auf Englisch, 235 Seiten, 6,26 MB) auf der Website von 'Die Kinder Russlands online' .

Übernommen von: www.dija.de

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