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Hier spielt die Zukunft: Großes Interesse an Fachtagung für Kitas und Träger zu Klimaschutz

28.12.2020 Kommentare (0)

Bonn, 23. Dezember 2020. Wie viel Müll verursacht ein Kita-Frühstück? Und wo landen die Reste? Kindergartenkinder haben viele Fragen, auch zu Klimaschutzthemen. Bei der Fachtagung des Klima-Kita-Netzwerks diskutierten ErzieherInnen, VertreterInnen von Kita-Trägern und MultiplikatorInnen aus ganz Deutschland, wie sich Kitas für Klimaschutz und Nachhaltigkeit engagieren können – mit pädagogischen Projekten, aber auch einer bewussten Beschaffung und einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. 

Organisiert wurde die digitale Tagung von Innowego – Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG. In einem dreijährigen Pilotprojekt hat der Verbund zusammen mit seinen Projektpartnern ein bundesweites Klima-Kita-Netzwerk geknüpft, in dem sich Einrichtungen zu Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung austauschen können. Dass das Thema bei immer mehr Einrichtungen auf der Tagesordnung steht, zeigte das große Interesse an der Veranstaltung, die gleichzeitig Abschlusstagung des Projekts war: Knapp 100 Teilnehmende aus fast allen Bundesländern nutzten die Gelegenheit, um neue Ideen zu sammeln und Fragen zu diskutieren. 

Immer mehr Kitas beschäftigen sich mit Klima- und Ressourcenschutz

„Kinder begegnen Themen wie Klimaschutz im Alltag, zum Beispiel in Sommern mit wenig Regen, in denen die Pflanzen im Kindergarten vertrocknen“, sagte Innowego-Vorstand und Gesamtprojektleiterin Susanne Schubert. „Sie stellen Fragen dazu und wollen mehr wissen.“ Aufgabe von Kitas sei es, Kindern Räume zu geben, sich mit Themen wie dem Klimaschutz auseinanderzusetzen. „Es geht auch darum, ihnen Handlungsmöglichkeiten zu bieten“, betonte Schubert.

Immer mehr Kitas planen nicht nur pädagogische Projekte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, sondern nehmen auch ihren eigenen Ressourcenverbrauch in den Blick. Welche Herausforderungen und Stolpersteine es dabei geben kann, war ebenfalls Thema der Tagung. Was tun, wenn der Träger den Speiseplan umstellt, sich das Küchenpersonal aber weigert, weniger Fleisch zu kochen? Um den Konflikt zu lösen, habe man gemeinsam ein Kochbuch entwickelt, berichtete ein Trägervertreter.

Kinder wissen schon früh, was gerecht ist

Auch die Frage, ob weniger Bastelmaterial Kinder nicht in ihrer Kreativität einschränke, wurde diskutiert: Ist es sinnvoll, auf die beliebten kleinen Wackelaugen zu verzichten, nur weil sie aus Plastik sind? Wie wichtig bei solchen Fragen der Austausch im pädagogischen Team, aber auch mit den Eltern ist, wurde im Laufe der Tagung immer wieder deutlich. Die Vertreterin eines Trägers erzählte von Bedenken, für das eigene Engagement als „Umweltpolizei“ abgestempelt zu werden. 

Die Moralforscherin Prof. Dr. Gertrud Nunner-Winkler ermutigte dazu, Kindern mehr zuzutrauen. „Kinder haben schon früh einen Gerechtigkeitssinn: Gerecht ist für sie Gleichverteilung“, sagte sie in ihrem Impulsvortrag. „Man kann ihnen zeigen: Wir produzieren den meisten CO2-Ausstoß und die Folgen – Wüstenbildung und Überschwemmungen – treffen die andern. Sie verstehen: Das ist nicht gerecht. Sie können auch verstehen, dass es um ihre eigenen Interessen geht. Zu Recht heißt es bei Fridays for Future: Unsere Zukunft!“ 

Das Projekt „Klima-Kita-Netzwerk – Nachhaltiges Handeln zu Klimaschutz gestalten“ ist eine Kooperation von Innowego – Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG mit der Umweltstation Lias-Grube und der Naturschutzjugend im NABU (NAJU). Die S.O.F. Save our Future – Umweltstiftung unterstützt die Projektpartner in der Region Nord. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Quelle: Innowego – Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG

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