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Deutsches Kinderhilfswerk: Keine Kitas ohne Außenflächen

30.09.2016 Kommentare (2)

Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor dem zunehmenden Trend, Kindertageseinrichtungen ohne Außenflächen zu errichten. Obwohl in zehn von 16 Bundesländern gesetzliche Regelungen oder Richtlinien bestehen, die einen Außenspielbereich in Kitas grundsätzlich vorschreiben, muss auch dort festgestellt werden, dass immer öfter auf Außenanlagen verzichtet wird. „Gerade in hoch verdichteten Innenstadtgebieten wird die Ausnahme zunehmend zur Regel. In einigen Städten sind inzwischen bis zu zehn Kitas gezwungen, sich einen öffentlichen Spielplatz zu teilen. Da werden dann Belegungspläne aufgestellt, damit der Spielplatz nicht zu überfüllt ist. Gleichzeitig fällt das Spielen draußen immer häufiger aus, wenn es ungünstige Wettervorhersagen oder Personalknappheit gibt“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Und selbst wenn ein öffentliche r Spielplatz besucht wird, unterscheiden sich Anlage und Ausstattung dieser Spielplätze vielfach erheblich von einem privaten Außengelände. Höhlen, Nischen oder Büsche zum Verstecken, Kletterbäume, Kräuter- und Naschbeete oder loses Baumaterial sucht man auf den meisten öffentlichen Spielplätzen vergeblich. Damit gehen Kindern ohne eigene Kitaaußenflächen viele wichtige Erfahrungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Spielgelegenheiten verloren. Von freiem Spiel jederzeit und überall kann hier keine Rede mehr sein“, so Hofmann weiter.
Deshalb fordert das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen Partnern im Beirat für das „Bündnis Recht auf Spiel“ und der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz, dass bei Kitaneubauten immer ein ausreichend großes Außengelände eingeplant wird. Die Befreiung davon muss wieder zur echten Ausnahme werden. Auch bei Umgestaltungen oder Erweiterungen von Kitas ist auf die Gewährleistung eines adäquaten Außengeländes zu achten. Als angemessen wird hier ein Wert von zehn Quadratmetern pro Betreuungsplatz angesehen. Dieser Mindestwert sollte in allen Bundesländern gesetzlich verankert werden.
Neben ausreichender Flächenverfügbarkeit sollte das Außengelände möglichst naturnah gestaltet und den Altersstufen in der Kita entsprechend gestaltet sein sowie den Bedürfnissen nach selbstbestimmtem Spiel und Bewegung ebenso gerecht werden wie nach Naturerfahrung oder Ruhe und Rückzug. In Ermangelung adäquater Angebote auf öffentlichen Spielplätzen ist den Bedürfnissen von unter Dreijährigen durch die Gestaltung besonders Rechnung zu tragen.
„Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung vielfältige Spielangebote in möglichst naturnah gestalteten Freiräumen. Dabei sind möglichst hohe ökologische Standards anzustreben. Und die Beteiligung der Kinder an Planung und Gestaltung des Geländes muss beteiligungsorientiert durchgeführt werden“, sagt Hans-Peter Barz vom Arbeitskreis „Spielen in der Stadt“ der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz.
Eine Resolution „Keine Kindergärten ohne Außenflächen“ des Beirates für das „Bündnis Recht auf Spiel“ und der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz sowie eine Übersicht über rechtliche Grundlagen zur Freiflächengestaltung an Kindertageseinrichtungen finden sich unter www.dkhw.de/Keine-Kitas-ohne-Aussenflaechen

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks vom 1.9.2016

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Kommentare (2)

  • Angelika Mauel:
    11.10.2016 um 23:11 Uhr

    Schön, dass sich endlich ein Verband gefunden hat, der auf die Problematik aufmerksam macht.
    http://www.forum-fuer-erzieher.de/viewtopic.php?f=53&t=6060

    "In einigen Städten sind inzwischen bis zu zehn Kitas gezwungen, sich einen öffentlichen Spielplatz zu teilen. Da werden dann Belegungspläne aufgestellt, damit der Spielplatz nicht zu überfüllt ist."
    Obwohl ich mich mit dem Thema schon länger beschäftigt habe, wusste ich nicht, dass es sogar schon zu "Belegungsplänen" gekommen ist. Welche Städte sind betroffen?

    Hoffentlich schaffen Erzieherinnen es, sich auf einen Ehrenkodex zu verpflichten, der die Rechte von Kindern ernst nimmt. Es gibt schließlich noch mehr Missstände und wenn die Erzieherinnen nicht an einer zu schlechten Kinderbetreuung mitwirken würden, müsste ein Dominoeffekt und ein Nachdenken über die Fehler der vergangenen Jahre einsetzen.


    Freundliche Grüße

    Angelika Mauel

    Antworten

  • Johanna:
    08.11.2016 um 23:28 Uhr

    Es wundert mich, dass diese Resolution hier unter "Leitung" und nicht unter "Aktuelles" oder "Pädagogische Praxis" eingestellte wurde. Und noch erstaunlicher ist, dass das Kinderhilfswerk seine Resolution nicht auf Facebook bekannt gemacht hat.

    Es sollte sehr viel mehr getan werden, um das Anliegen bekannt zu machen.

    Johanna

    Antworten


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