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Bundesfamilienministerium: 100.000 neue Betreuungsplätze

07.07.2017 | Politik Kommentare (1)

Das „Gesetzes zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung“ als Grundlage des vierten Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ wird mit rückwirkender Inkraftsetzung zum 1. Januar 2017 verkündet. Mit einem Volumen von 1,126 Milliarden Euro können hierdurch 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden, erstmals auch für Kinder bis zum Schuleintritt.
„Wir brauchen mehr Betreuungsplätze“, so die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Katarina Barley. „Denn immer mehr junge Eltern möchten früher wieder in den Beruf zurückkehren, immer mehr Kinder werden geboren. Und immer mehr Eltern wissen: Gute Angebote der Kindertagesbetreuung ermöglichen Kindern gleiche Startchancen und gutes Aufwachsen. Betreuung verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daher treiben wir mit dem vierten Investitionsprogramm den Ausbau der Plätze voran. Fest steht, der Bund muss die Länder und Kommunen dabei unterstützen.“
Durch die ersten beiden Investitionsprogramme „Kinderbetreuungsfinanzierung“ wurden bereits mehr als 2,73 Milliarden Euro umgesetzt und auch im dritten Investitionsprogramm wird eine vollständige Ausschöpfung der bereitgestellten Mittel signalisiert.
Die Entwicklung der Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren zeigt, dass die Investitionen wirken. Seit Beginn der Investitionsprogramme im Jahr 2008 hat sich die Betreuungsquote im bundesweiten Durchschnitt von 17,6 Prozent auf 32,7 Prozent (Stand 2016) fast verdoppelt.
43,2 Prozent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren wünschen sich einen Betreuungsplatz für ihr Kind (Elternbefragungen des Deutschen Jugendinstituts e.V. 2015). Auch für die zu uns geflüchteten Kinder werden zusätzliche Betreuungsplätze benötigt.
Neben dem quantitativen Ausbau ist die zweite große Herausforderung, die Qualität der Angebote zu verbessern. „Auch für die Verbesserung der Qualität der Betreuung muss der Bund eine größere finanzielle Verantwortung übernehmen“, sagt Bundesfamilienministerin Dr. Barley.
Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat im Mai Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz verabschiedet, die große Unterstützung bei Fachkräften, Eltern und Trägern erfahren. Auch die Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben sich in der vergangenen Woche der Forderung nach mehr und dauerhaften Bundesmitteln für bessere Qualität angeschlossen. „Die Zeit ist also reif für ein stärkeres Bundesengagement. Dies muss eine der zentralen Aufgaben der nächsten Bundesregierung sein“, so Barley.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 29.6.2017

 

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Kommentare (1)

Angelika Mauel 10 Juli 2017, 13:57

Was soll ein kritisch fragender Mensch sich eigentlich unter "Eckpunkten" für ein Qualitätsentwicklungsgesetz vorstellen? Wer glaubt denn, dass diese ominösen "Eckpunkte" große Unterstützung bei Fachkräften, Eltern und Trägern erfahren? Wissen die "Unterstützer" denn alle, worum es geht?



Von der Politik wurde mehr versprochen: Ein so genanntes Kita-Qualitätsgesetz. Aber das können die Abgeordneten gar nicht mehr schaffen, weil bereits viele Kinder unter Bedingungen betreut werden, die niemals Eingang in ein "Qualitätsgesetz" finden könnten. Was heute legal sein soll, darf doch morgen nicht zum Entzug einer Betriebserlaubnis führen...



Die 2011 eingeführte "Münchner Förderformel" soll jetzt in München dafür sorgen, dass in vielen städtischen Krippen und Kindergärten bis Ende nächsten Jahres Erzieherstellen wegfallen! Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert gemeinsam mit seinen Partnern im Beirat für das „Bündnis Recht auf Spiel“ und der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz, "dass bei Kitaneubauten immer ein ausreichend großes Außengelände eingeplant wird." https://www.dkhw.de/unsere-arbeit/schwerpunkte/spiel-und-bewegung/keine-kitas-ohne-aussenflaechen/ - Noch anspruchsvoller wäre es, sich auf den Standpunkt zu stellen, dass wirklich jeder Kindergarten einen Garten zu haben hat.



Die organisierten Kinderschützer schweigen in einem Ausmaß, das bei Tierschützern undenkbar wäre! Es ist wirklich peinlich, was Erwachsene sich gegenüber Kindern im Namen der Bildung einbilden! Mehrere Kindergartenkinder sind innerhalb eines Jahres ertrunken oder fast ertrunken (und möglicherweise lebenslang behindert) In Bautzen fiel wurde ein Mädchen aus dem Stausee geholt, nachdem es sich mit einem weitern Kind unbemerkt von seiner Gruppe entfernen konnte. Es gehörte zu einer Kindergartengruppe, bestehend aus 40 Kindern und drei Betreuerinnen. DREI BETREUERINNEN - bei einem Ausflug! Wo bleiben die Fachkräfte, die sich weigern eine Kinderbetreuung unter einem derartigen Personalmangel mitzumachen?



Bitte keinen weiteren Betreuungsplatzausbau, so lange in qualitativer Hinsicht noch erheblich nachgebessert werden muss!











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