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Baden-Württemberg hat die Nase vorn: Ausbildungsstandards für Frühpädagogik verabschiedet

09.05.2012 Kommentare (0)

Das Hochschulnetzwerk Bildung und Erziehung in der Kindheit hat gemeinsame Ausbildungsstandards, das so genannte Rahmencurriculum für Bachelor-Studiengänge der Frühen Bildung/ Frühpädagogik, entwickelt. Das trägt wesentlich zu dem von Politik und Gesellschaft geforderten Akademisierungs- und Professionalisierungsschub in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bei. Sprecherin des Netzwerks, Professorin Dörte Weltzien von der EH Freiburg: „Die Erarbeitung des Rahmencurriculums ist ein Novum in der Hochschullandschaft. Für Politik und Wissenschaft hat es Vorbildcharakter.“

Im Gegensatz zu anderen pädagogischen Berufen, wie zum Beispiel Lehrer und Sozialpädagogen, gab es in Deutschland im Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung lange keine Initiativen zur Akademisierung und nur eine geringe gesellschaftliche Anerkennung der Erzieher/-innen-Ausbildung. Anders wurde dies in einem Großteil der anderen Industrieländer gehandhabt. Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff, EH Freiburg und Redakteur des Rahmencurriculums: „Abgestimmte Ausbildungspläne und Curricula sind unverzichtbar für die Entwicklung und Umsetzung pädagogischer Standards. Ebenso wichtig ist es, die Ausbildung an eine wissenschaftliche Disziplin anzukoppeln.“

Das Hochschulnetzwerk, in dem 11 Hochschulen mitarbeiten, hat als Ergebnis der 2007 begonnenen Kooperation seiner Hochschulen das Rahmencurriculum BA Frühe Bildung Baden-Württemberg verabschiedet. Das Curriculum

  • bietet eine grundlegende Orientierung über Inhalte eines Hochschulstudiums Pädagogik der Kindheit/ Frühe Bildung für Studierende, Studieninteressierte und Träger pädagogischer Einrichtungen
  • ermöglicht einen durchlässigen und transparenten Zugang von Erzieher/-innen an die Hochschule und zur entsprechenden Anerkennung von außerhalb der Hochschule erworbener Kompetenzen
  • gibt Anstöße zu einer koordinierten Hochschul- und Bildungsentwicklung, z.B. zum Beispiel im Rahmen von Reakkreditierungsprozessen für Studiengänge

Detailinfo zum Rahmencurriculum

Das Rahmencurriculum besteht aus einem Pool von insgesamt 23 curricularen Bausteinen, die von den Mitgliedern des Hochschulnetzwerks als qualifikations- und damit ausbildungsrelevant angesehen wurden. Sie sind die Grundlage für die Konzipierung von Modulen und repräsentieren das Spektrum der Anforderungen an professionelles Handeln im Bereich der Pädagogik der Kindheit / Frühen Bildung. Darüber hinaus wurden bedeutende Querschnittsthemen definiert, die in den einzelnen Bausteinen berücksichtigt werden sollen, wie zum Beispiel Unterschiedlichkeit des Lebensalters oder Berücksichtigung der Vielfalt von Lebenslagen.

Wichtige Bezugspunkte für die Ausbildungsstandards waren der „Orientierungsrahmen Frühpädagogik studieren“ (Robert Bosch Stiftung, 2008), die „Qualifikationsprofile in Arbeitsfeldern der Pädagogik der Kindheit“ (Robert Bosch Stiftung, 2011) sowie der „Gemeinsame Orientierungsrahmen Bildung und Erziehung in der Kindheit“ (Gemeinsames Papier von JFMK und KMK).

Download des Rahmencurriculums

Das Rahmencurriculum steht ab dem 11. Mai 2012 auf der Website der EH Freiburg unter www.eh-freiburg.de zum Download zur Verfügung.

Fachtag zur Vorstellung des Rahmencurriculums am 11. Mai 2012 in Stuttgart

Das Rahmencurriculum BA Frühe Bildung Baden-Württemberg wird am Freitag, 11. Mai 2012, 10.00 – 13.00 Uhr einem Fachpublikum von Vertretern aus Forschung, Lehre und Politik vorgestellt. Veranstaltungsort: Robert Bosch Stiftung, Heidehofstraße 31, 70184 Stuttgart. Mehr Info: http://www.eh-freiburg.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltung-detail/fachtagung-rahmencurriculum-ba-fruehe-bildung-baden-wuerttemberg-/98

Kurzinfo zum Hochschulnetzwerk

2007 haben Hochschulen in Baden-Württemberg das „Hochschulnetzwerk Bildung und Erziehung in der Kindheit Baden-Württemberg“ gegründet. Partner sind sechs pädagogische Hochschulen und vier (Fach-) Hochschulen in Freiburg, Ludwigsburg, Heidelberg, Karlsruhe, Esslingen, Weingarten und Schwäbisch Gmünd. Sie alle bieten Bachelor-Studiengänge im Bereich der Pädagogik der Kindheit Frühe Bildung an. Auch die Universität Tübingen arbeitet im Netzwerk mit. Sie bildet Lehrer/-innen für Fachschulen für Sozialpädagogik aus. Das Hochschulnetzwerk wurde von der Robert Bosch Stiftung in den Jahren 2008 und 2009 gefördert.

Kontakte

Sprecherin des Hochschulnetzwerks

Prof. Dr. Dörte Weltzien, weltzien@eh-freiburg.de
Evangelische Hochschule Freiburg, Studiengangsleitung Bachelor Pädagogik der frühen Kindheit

Redaktion Rahmencurriculum

Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff, froehlich-gildhoff@eh-freiburg.de
Evangelische Hochschule Freiburg, Studiengangsleitung Master Bildung und Erziehung im Kindesalter

Quelle: Website der eh-freiburg.de

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