mehrere Kinder

Atemwegsinfekte bei Kindern steigen wieder

13.10.2021 Kommentare (0)

Bei Kindern unter 6 Jahren nehmen die Atemwegsinfekte seit einiger Zeit wieder zu. Nach den lang andauernden Kita- und Schulschließungen mit wenigen Kontakten kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Mediziner sprechen von „Nachholeffekten". Die typischen Erkältungswellen sind im letzten Jahr ausgeblieben, das Immunsystem war kaum gefordert. In diesem Jahr treten die Atemwegsinfektionen in Deutschland vergleichsweise früher (schon seit Mitte August) und mit höheren Fallzahlen auf.

Die Entscheidung, wann ein Kind zuhause bleiben soll, wenn es Erkältungssymptome hat, ist nicht  leicht. Die Elterninformationen der verschiedenen Landesministerien bieten hierfür eine Orientierung (Beispiel NRW, Beispiel Hamburg, beide mehrsprachig). Als Grundregel gilt für die meisten Bundesländer, Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen und Fieber ist kein Grund, das Kind zuhause zu lassen. Kinder- und Jugendärzte empfehlen dringend, den Alltag für Kinder und Jugendliche so normal wie möglich zu gestalten.
 
Auch ein Anstieg von Krankenhaus-Einweisungen infolge von Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) bei Ein- bis Vierjährigen ist zu verzeichnen. Diese Erkrankung sollte unbedingt in die Differentialdiagnostik bei Kindern mit einbezogen werden. Gefährdet sind vor allem Frühgeborene und Vorerkrankte. In einzelnen Fällen könnte eine RSV-Prophylaxe angezeigt sein, heißt es in einer Stellungnahme mehrerer pädiatrischer Fachgesellschaften.

Quellen:
Empfehlung einer vorgezogenen RSV-Prophylaxe aufgrund einer Zunahme an Aufnahmen in Kinderkliniken durch Atemwegsinfektionen mit Nachweis von RSV. Stand 13.09.2021.
Infektions- und Übertragungsrisiken von SARS-CoV-2 und die Morbidität und Mortalität bei Kindern und Jugendlichen – Einfluss von saisonalem Verlauf, Virusvarianten und Impfeffekten. Stand 15.9.2021.
Viel mehr Kinder als üblich mit Atemwegsinfekten. Ärzteblatt/dpa 4. Oktober 2021

Quelle: Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn Universitätsklinikum Bonn AöR

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