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Aktuelle Corona-Schutzmaßnahmen: Wo bleibt das Kindeswohl?

27.04.2021 Kommentare (1)

Kinder- und jugendmedizinische Fachgesellschaft protestiert gegen das Infektionsschutzgesetz:

Kinder sind sehr selten von einem schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion betroffen – und dennoch tragen sie die größte Last bei Bekämpfung der Pandemie: Eine eben erschienene Stellungnahme der kinder- und jugendärztlichen Fachverbände und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene rückt die Zahlen der von einem schweren Verlauf betroffenen Kinder zurecht. Jeder einzelne Fall eines schwer erkrankten oder verstorbenen Kindes an einer SARS-CoV-2-Infektion ist ein Fall zu viel und ein unerträgliches Einzelschicksal für Kind und Familie.

Mit dem Blick auf anstehende zusätzliche Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes aber dürfe nicht aus dem Blick geraten, so die Expertinnen und Experten, die die Stellungnahme verfasst haben, dass „von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%)“.

Diese nackten Zahlen mögen helfen, die große Sorge um die Gesundheit des Kindes einzuordnen in das Gefüge von leider darüber hinaus bestehenden Gefahren wie z.B. tödliche Unfälle (2019 wurden 55 Kinder durch einen Verkehrsunfall getötet, 25 Kinder kamen durch Ertrinken ums Leben).

Zudem hat sich bereits in der 2. Welle der Pandemie bei vielen Kindern und Jugendlichen die psychische Gesundheit verschlechtert, das zeigen die Daten der COPSY-Studie der Universität Hamburg eindrücklich auf.

Jetzt, in der 3. Welle der Pandemie, stehen wieder neue Schulschließungen an. Und das, wo manche Kinder und Jugendliche seit Mitte Dezember bis heute keinen einzigen regulären Schultag erlebt haben.

„Wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte sehen durch die Entscheidung der Koalition, die Ausgangssperren zu lockern, die Grenzwerte für Schulöffnungen aber zu verschärfen, eine Diskriminierung dieser Altersgruppe mit hohem Gefährdungspotenzial für das Kindeswohl!“, sagt Prof. Dr. Jörg Dötsch, Präsident der DGKJ, und führt aus: „Kindern und Jugendlichen wird ihr Recht auf Bildung und gesunde Entwicklung vorenthalten, aus Gründen des Fremdschutzes. Auch wenn sie tendenziell nicht häufiger erkranken, sollen sie an vorderster Stelle die Ausbreitung des SARS-VoV-2-Virus vor den anderen Bevölkerungsgruppen bremsen. Wir protestieren gegen diese Entscheidung! Wir plädieren für `Last out – First in´, also Schulen als LETZTEN Schritt der Pandemiebekämpfung zu schließen und als erste zu öffnen. Und das vor den Läden und Baumärkten.“ 

Zur Stellungnahme „Hospitalisierung und Sterblichkeit von COVID-19 bei Kindern in Deutschland“ auf der Homepage der DGPI

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin vom 20. April 2021

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Kommentare (1)

Beatrix 01 Mai 2021, 13:11

Ich unterstütze den Protest und freue mich sehr, dass eine anerkannte Gesellschaft sich klar dazu geäußert hat. Bleibt die Hoffnung, dass sie auch gehört werden.

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