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Spielt das Geschlecht eine Rolle? - Erziehungsverhalten männlicher und weiblicher Fachkräfte in Kindertagesstätten - Die Tandem-Studie

28.04.2015 Kommentare (0)

Die Tandem-Untersuchung ist weltweit die erste, die sich mit pädagogischem Personal und ihrem Handeln im Kita-Alltag geschlechterdifferenzierend und -vergleichend auseinandersetzt. Bislang gibt es kaum wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, inwieweit sich männliche und weibliche Fachkräfte im Umgang mit Kindern unterscheiden. Die Tandem-Studie basiert auf einer Ad-hoc-Stichprobe von 41 männlichen und 65 weiblichen Fachkräften aus dem Elementarbereich. Damit sind die hieraus gewonnenen Befunde zwar nicht repräsentativ, es handelt sich aber um eine ausreichende Datenbasis für empirisch begründete Aussagen über pädagogisches Verhalten Fachkräfte in der Frühpädagogik.

Die Zusammenfassung

Bezogen  auf die gegenwärtigen Diskussionen über Männer in Kindertageseinrichtungen, so zeigen sich hinsichtlich professioneller pädagogischer Qualitätsstandards keine Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Fachpersonal. Diesbezüglich spielt das Geschlecht offenbar keine Rolle. Hinsichtlich Materialien, Themen und Spielprinzipien zeigen sich aber geschlechtstypische Neigungen, die mit denen von Jungen und Mädchen korrespondieren. Dieser Befund kann einerseits als Bestätigung für die Annahme interpretiert werden, dass sich eine Zunahme männlicher Fachkräfte positiv auf die Vielfalt der Lernangebote in Kindertageseinrichtungen auswirken kann. Andererseits bestätigen sich aber auch diesbezügliche kritische Nachfragen in der Fachdiskussion (vgl. Rohrmann 2009), insofern in den qualitativen
Analysen und den Interviews deutlich wird, dass die Fachkräfte ihre eigenen geschlechtstypischen Vorlieben sowie die der Kinder häufig nicht reflektieren. Gerade wenn in Rechnung gestellt wird, dass die Kinder aufgrund familiärer Vorerfahrungen von sich aus dazu neigen, geschlechtsstereotype Erwartungen an die Fachkräfte heranzutragen, sind diese in ihrer Professionalität gefordert, ihre eigenen Haltungen und Vorlieben (z.B. hinsichtlich der Neigung zu Materialien und Themen oder der Haltung zu Wettkampf und Aggression) zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen.

Mit mehr männlichen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen ist eine Chance gegeben, neue Angebotsräume für Kinder zu eröffnen. Dies führt aber nicht automatisch zur Überwindung geschlechtstypischer Strukturierungen im Kitaalltag und damit verbundener möglicher Benachteiligungen von Jungen oder Mädchen. Vielmehr stehen die Teams in den Einrichtungen vor der Herausforderung, Geschlechtsstereotype (noch) stärker zu reflektieren und der Versuchung zu widerstehen, mit dem Vorhandensein von männlichem Personal neue geschlechtsypische Zuordnungen zu etablieren.

Hier können Sie die Studie herunterladen.

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