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Frühe Hilfen: Gemeinsam stark für Familien

15.12.2016 Kommentare (0)

Rund 20 Prozent der Mädchen und Jungen in Deutschland erleiden schon in früher Kindheit aufgrund belastender Lebenslagen erhebliche Einschränkungen in ihrer Entwicklung. Um diese Situation zu verbessern, ist eine nachhaltige Zusammenarbeit von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe notwendig. „Gemeinsam stark für Familien“ ist das Thema einer Kooperationstagung, zu der am 25. November die Parlamentarischen Staatssekretärinnen Caren Marks aus dem Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) und Ingrid Fischbach aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) sowie Vertreterinnen und Vertreter aus elf Institutionen und Verbänden in Berlin zusammenkommen. Eingeladen haben das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit & Frühe Hilfen (BAG). Das Ziel ist, weitere Schritte für eine bessere Vernetzung der Fachkräfte beider Systeme zu vereinbaren.
„Frühe Hilfen sind für viele Familien eine notwendige Unterstützung. Sie begleiten Kinder in ihrer Entwicklung. Ich freue mich, dass durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen der flächendeckende Ausbau von Netzwerken Früher Hilfen in Deutschland gelungen ist. Jetzt geht es um eine noch breitere Mitwirkung des Gesundheitswesens in diesen Netzwerken“, macht Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, deutlich.
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit Ingrid Fischbach erklärt: „Mit dem Präventionsgesetz haben wir den gesetzlichen Rahmen für Kinderuntersuchungen weiterentwickelt. Ärztinnen und Ärzte haben nunmehr ein stärkeres Augenmerk auf Belastungen und Risiken für die Entwicklung des Kindes zu legen und die Eltern zu beraten. Das stärkt die Eltern, damit sie bei Bedarf individuelle Unterstützungsangebote wahrnehmen können.“
„Ich freue mich ganz besonders, dass durch die aktive Mitwirkung zentraler Akteure des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe eine wachsende Verantwortungsgemeinschaft für Familien entsteht. Die gemeinsame Förderung der Tagung durch die beiden für diese Bereiche zuständigen Bundesministerien unterstreicht die wichtige Rolle beider Systeme“, betont Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), in der das NZFH seinen Sitz hat.
Wie notwendig eine breite Mitwirkung der Fachkräfte aus beiden Sozialsystemen ist, verdeutlichen die Ergebnisse aus der Forschung. „Wir wissen, dass gerade psychosozial belastete Familien oft mehr Probleme bei der Suche und Inanspruchnahme passender Unterstützungsangebote haben“, erläutert Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut. „Frühe Hilfen können diesen Familien in Arztpraxen, Geburtskliniken oder in Beratungsstellen sprichwörtlich entgegenkommen und weitergehende niedrigschwellige Unterstützungsangebote vermitteln“.
Die Kooperationstagung greift in Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und sechs Workshops konkrete Anliegen auf. Sie will Entwicklungspotenziale und Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit aufzeigen. Unter anderem geht es in den Workshops um die Vernetzung der Frühen Hilfen mit der ambulanten und der stationären medizinischen Versorgung sowie mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, um möglichst frühzeitig Familien mit Kindern zu unterstützen. Es geht aber auch um die Gestaltung von Schnittstellen von Frühen Hilfen bei besonders schwerwiegenden Problemen, wenn eine Gefährdung für das Kind droht. Des Weiteren befasst sich ein Workshop mit der Entwicklung der interdisziplinären Leitlinie Kinderschutz. Das Programm der Tagung und die Faktenblätter zu den einzelnen Workshops veröffentlicht das NZFH auf seiner Internetseite www.fruehehilfen.de.
Eine Veröffentlichung der Dokumentation ist vorgesehen.
Das zentrale Ziel der Frühen Hilfen ist eine ausreichende Versorgung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres mit bedarfsgerechten Angeboten. Je früher passgenaue Unterstützung angeboten wird, umso größer sind die Chancen, Fehlentwicklungen bei Kindern entgegenzuwirken und ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Die Belange der Kinder und ihrer Familien stehen dabei immer im Mittelpunkt. Dafür ist ein engagiertes Eintreten aller Fachkräfte, die mit Familien und ihren Kindern arbeiten, erforderlich.
Dementsprechend findet die Veranstaltung als Kooperation von Institutionen und Verbänden des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe statt. Dies sind: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Berufsverband der Frauenärzte (BVF), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit (BAG) & Frühe Hilfen, Bundesärztekammer (BÄK), Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH).
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen ist ein Kooperationsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern. Außerdem koordiniert das NZFH die Bundesinitiative Frühe Hilfen auf Bundesebene.

Quelle: Pressemitteilung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen vom 25.11.2016

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