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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Dezember 2014/Januar 2015

Christiane Hartmann

15.01.2015 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 14 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich 75.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de (Oktober 2014) bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft KINDER, Early Years, frühe Kindheit, kinderleicht!?, klein & groß, TPS, Welt des Kindes und weltwissen Sachunterricht.

Betrifft KINDER

In der Hauptsache geht es um ein Plädoyer für das Recht des Kindes auf freies Spiel. Gerburg Fuchs hat das Anliegen, dass man dem natürlichen kindlichen Spiel einen Bildungswert beimisst und mit Achtung begegnet.

Barbara Leitner war im Gespräch mit Lothar Krappmann, langjähriges Mitglied im UN-Kinderrechtsausschuss in Genf. Zum gelebten Kinderrecht gehört, dass kein Kind beschämt werden darf.

Über die Kinderrechte kommen auch die Kinder und Jugendlichen selbst zu Wort.

Michael Fink erzählt die wunderbare Geschichte eines Wunsches.

Der lange Weg zum Kinderrecht wird erzählt, die Geschichte der UN-Kinderrechtskonvention.

Claudia Kittel setzt sich damit auseinander, wie Kinderrechte in Kitas umgesetzt werden können. Einen Kita-Arbeitstag hat die Brandenburgerin Eva Leichsenring dokumentiert.

Beispiele, wie man eine Kita als Lernwerkstatt ausgestalten kann, finden sich mehrere im Beitrag von Marion Tidemann.

Eine multikulturelle Familie mit drei Kindern trifft Nora Northmann in Weimar.

Die Kinder eines Kita21-Projekts haben sich ein halbes Jahr lang mit Energie und Energiesparen auseinander gesetzt. Ralf Thielebein berichtet; Netztipps www.kita21.de; www.kinder-tun-was.de; www.umweltbildung.de.

Michael Kobberloer vertritt die These: „Der Leitungsstil des Industriezeitalters führt in die emotionale Kälte.“

Über Petersilie schreibt Herbert Österreicher.

In der Serie „Steuermänner der Bildung und Erziehung“ werden Herzog Ernst der Fromme und Andreas Reyher vorgestellt.

Michael Fink zieht die Weihnachtsfeierei in der Kita durch den Kakao und hat dafür gleich neue witzige Strophen des Lieds „In der Weihnachtsbäckerei“ geschrieben.

Zwei Seiten des Hefts sind neuen Büchern gewidmet. Die Zeitschrift schließt mit dem Abdruck einer gemeinsamen Presseerklärung der BAG EJSA und der GEW zur Vergabe öffentlich finanzierter Bildungsmaßnahmen. In der gemeinsamen Erklärung werden Verbesserungen eingefordert.

Betrifft KINDER - Beilage KINDER in Europa

Bei KINDER in Europa handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion eines Zeitschriftennetzwerkes aus 14 europäischen Ländern. Schwerpunktthema ist die Qualität in der frühkindlichen Bildung und Betreuung. Die Rentabilität und der gesellschaftliche Nutzen eines qualitätvollen Ortes für Kleinkinder werden von Ferruccio Cremaschi, James Heckman und Peter Moss diskutiert. Die Frage der öffentlichen Finanzierung von Tageseinrichtungen wird aus bildungspolitischer und ökonomischer Sicht erörtert.

Über das Stockholm-Projekt, das sich der Reggio-Emilia-Pädagogik verschrieben hat, berichtet Gunnilla Dahlberg.

Norwegische Kinder haben ein gesetzliches Recht auf Mitbestimmung. Bodil Labahå erklärt, wie dieses Recht in die Praxis umgesetzt wird.

Lausanne erhielt 2012 die UNICEF-Auszeichnung „Kinderfreundliche Gemeinde“. Die Lausanner Kinderbeauftragte Florence Godoy und Claude Thüler berichten über die vielfältigen Aktivitäten der Stadt.

In Belgien gibt es einen großen Mangel an freien Kitaplätzen. Anne-Françoise Dusart zeigt, wie die Einrichtungen auf diesen Mangel reagieren, um insbesondere Familien zu unterstützen, in denen es Armut, Krankheit oder Angehörige mit Behinderungen gibt. Wenn ein Kita-Kind entschuldigt ist, wird dessen Platz für den betreffenden Tag an ein anderes, bedürftiges Kind vergeben.

Über Kinderrechte in Zusammenhang mit der Genderfrage schreibt Bénédicte Fiquet.

Peter Elfer widmet sich den Emotionen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung und Marie Nicole Rubio stellt eine ganzheitliche Vorgehensweise vor, um jeglicher Form von Diskriminierung im Bereich der Früherziehung vorzubeugen. Zum Beispiel, wenn Jungen mit Autos spielen und Mädchen ausschließen. Die pädagogischen Fachkräfte sollen sich die Stereotype bewusst machen und Spiele und Aktivitäten entwickeln, welche stereotype Vorstellungen abbauen können.

Ein Projekt, bei dem zweijährige Kinder fotografieren und auf diese Weise die Qualität der Einrichtung beurteilen, präsentiert Sylvie Rayna.

Fulvia Rosenberg wirft einen Blick auf die frühkindliche Betreuung in Brasilien. Es gibt einen Vorschlag zur Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung, den eine Arbeitsgruppe aus Ministerialbeamten und Experten erarbeitet hat. Stig G. Lund vertrat in dieser Gruppe die Europäischen Bildungsgewerkschaften.

Tullia Musatti, Mariachristina Picchio und Isabella Di Giandomenico beschreiben ein Evaluierungssystem für Kinderbetreuungseinrichtungen, das in Italien in Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Behörden eingerichtet wurde.

Auch die Qualitätsentwicklung auf kroatisch wird beleuchtet. Edita Slunjski und Sandra Antulic haben das kroatische Modell zur Selbstevaluation zusammengefasst.

Das Wirken des großen Pädagogen Paulo Freire und die Pädagogik der Kommunikation wird von Lúcia Santos vorgestellt.

Early Years

Das neue Heft befasst sich mit Übergängen in der frühen Kindheit, wobei der Übergang von der Kita in die Schule am häufigsten behandelt wird. Referiert werden Studien aus England, Finnland, Deutschland und Australien. Mehr dazu lesen Sie hier.

frühe Kindheit 06/14

frühe Kindheit 06/14 dokumentiert die Jahrestagung 2014 zwischen Bilderbuch und Touchscreen über Kinder und Medien. Stefan Aufenanger behandelt das Thema Digitale Medien im Leben von Kindern und Herausforderung für Erziehung und Bildung. Er zeigt die sehr starke Verjüngung von Medienerfahrung. Früher mussten Kinder Einschränkungen ihrer medialen Welt hinnehmen, sie waren aber in ihrer räumlichen Bewegung nicht eingeschränkt. Heute ist das umgekehrt. Helikopter-Eltern kontrollieren die Bewegungen der Kinder und Schneepflug-Eltern sind bemüht, ihnen alle Probleme beiseite zu räumen.

Einen Überblick über die Bedeutung der Medien im ersten Lebensjahrzehnt gibt Ulrike Wagner. Sie stellt zentrale Ergebnisse einer Studie zur Praxis der Medienerziehung in Familien mit Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren vor. Hingewiesen wird auch auf das Fachportal flimmo.

Birgit Hock präsentiert Ideen und Konzepte der Zuhörförderung – unter www.ohrenspitzer.de finden sich viele Anregungen.

Über Medienbildung in der Kita informiert Maren Risch. Sie hat festgestellt, dass ErzieherInnen sich in ihrer Ausbildung mehr mit Sprachförderung als mit Medienbildung beschäftigt haben und weist auf gute Webseiten zur Medienbildung hin: Deutsches Jugendinstitut mit der Datenbank Apps für Kinder, die Seiten des Experten Thomas Feibel und des Media Literacy Lab.

Simone C. Ehmig von der Stiftung Lesen schreibt über die Rolle des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern: „In 31 % der Familien mit Kindern im Vorlesealter lesen Eltern nicht oder zu selten vor.“

Mediensozialisation in sozial benachteiligten Familien kann in verschärfter Weise als Medienkindheit bezeichnet werden. Die Kinder haben technisch meist den gleichen Zugang wie andere Kinder, aber die Sozialisation wird laut Ingrid Paus-Hasebrink durch andere Sozialisationsinstanzen nur wenig moderiert. Schon bei jüngeren Kindern spielt das Fernsehen eine große Rolle.

Gudrun Marci-Boehnke sieht die Medienbildung als gemeinsame Verantwortung für Kita und Familie. Über die Hälfte der Eltern gibt an, sich aktiv mit Medienerziehung auseinander zu setzen. Die Autorin hält für notwendig, dass die Kitas medienintegrativ nach den neuen Bildungsvereinbarungen arbeiten und dabei den kreativen und kritischen Umgang mit modernen Medien fördern. Gegenüber den Eltern sind kindgerechte Möglichkeiten und Grenzen zu thematisieren.

Wichtige Hinweise gibt auch ein Interview, das Jörg Maywald und Friedemann Schindler von jugendschutz.net geführt hat. Diese Webseite jugendschutz.net nimmt Hinweise auf Jugendschutzverstöße entgegen und geht gegen Angebote vor, die Kinder beeinträchtigen oder gefährden können. Folgende weitere Webseiten werden empfohlen: www.Kinderserver-info.de (damit kann das Surfen auf unbedenkliche Seiten beschränkt werden) und www.klicktipps.de.

Das Heft enthält auch einen Veranstaltungskalender, Buchtipps und Nachrichten.

Kinderleicht 6/14

In Kinderleicht 6/14 geht es ums Kindsein heute. Rainer Dollase plädiert für die Entschleunigung der Kindheit, z.B. auch gegen Früheinschulung. Er setzt permanenten pädagogischen Programmen gelassenes versonnenes Spiel und selbstbestimmte Zeit ohne Ziele entgegen.

Der Diagnose AD(H)S widmet sich Corinna Weinert und benennt die Kennzeichen im motorischen Bereich, im Sozialisations- und Wahrnehmungsbereich sowie die möglichen Therapien (Ergotherapie, Physiotherapie, Psychomotorik, soziales Kompetenztraining, Spieltherapie, Verhaltenstherapie und pharmazeutische Präparate). ErzieherInnen können AD(H)S-Kinder durch deutliche Ansagen und klare Regeln unterstützen.

Klaus Hurrelmann äußert sich im Interview über Kindheit heute. Er lenkt das Augenmerk auf Kinderstudien, nach denen ein Viertel der Eltern überfordert sind. Hurrelmann empfiehlt einen „Elternführerschein“, den alle diejenigen Eltern bekommen sollen, die an Elternkursen und Elterntrainings teilgenommen haben. Jungen macht er als „Bildungsverlierer“ aus, denn heute sind nur 40 % der Abiturienten Jungen. In der Konsequenz hält Hurrelmann gezielte Förderung von Jungen für notwendig, um den Gleichberechtigungsgrundsatz umzusetzen. Er hebt die Notwendigkeit von Anerkennung, Anregung und Anleitung für das Kind hervor – das magische Dreieck der drei As.

Das Mailied „Liebe, liebe Sonne“ hat Marion Radtke mit den Kindern ihrer Spielgruppe gesungen. Die Kinder haben dazu draußen auf dem Boden mit Kreide gemalt.

Rechtsanwältin Tanja von Langen behandelt den Brandschutz in Kindertageseinrichtungen und erläutert, was die Unfallkassen vorschreiben. Sie weist z.B. darauf hin, dass Fluchttüren immer offen sein müssen. Sollen sie von außen verschlossen sein, muss man ein sogenanntes Panikschloss anbringen, das sich von innen jederzeit öffnen lässt. Die Funktionsweise der Panikschlösser findet sich hier.                                                             

Regeln müssen sein, aber mancher Regelwildwuchs ist auch entbehrlich. Die pädagogische Geschäftsführerin Carola Kammerlander spricht sich dafür aus, den Wildwuchs „zurückzuschneiden“.

Über Entwicklungslinien und Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit mit Eltern schreibt Sigrid Tschöpe-Scheffler. Sie stellt fest, dass vorwiegend formale Bildungsangebote die Programmkultur der Familienbildung ausmachen. Dabei tragen geschätzt 60 – 70 % aller Lernvorgänge eher informellen Charakter. Dieses beiläufige Lernen, vorwiegend in Alltags- und Begegnungssituationen, sollte man auch in der Erziehungspartnerschaft im Blick haben. Ideal wird es in Elterncafés und Familienzentren ermöglicht.

„Früher haben die Kinder hinter den Büschen gespielt, heute sitzt hinter jedem Busch eine Mutter...“hat der Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge augenzwinkernd beobachtet. Die Heilpädagogin Andrea Steinmann erinnert daran, den Kindern zu helfen, es selbst zu tun.

Das Heft enthält eine Medienseite.

klein & groß 12/14

Die Dezemberausgabe von klein & groß hat das Schwerpunktthema „Zur Ruhe kommen – Entspannung für Kinder und Erzieher“. Anna Bachem gibt praktische Tipps für die Teams und die ErzieherInnen. Aber auch die Träger werden angesprochen. Sie können bei Ausfällen im Team Springer einsetzen, loben und nicht zuletzt dem Team eine klare und übersichtliche Orientierung geben.

Das entspannte Setzen von Prioritäten ist das Thema von Sibylle Münnich. Die Chefredakteurin stellt auch einen Planer bereit, „Was mir für 2015 wichtig ist“. Den Planer hat sie in mögliche Bereiche untergliedert, z.B. Pädagogik, z.B. Organisation, z.B. Team, z.B. Erziehungspartnerschaft mit Eltern, z.B. Sonstiges.

Petra Bartoli y Eckert zieht aus dem Thema „Entspannung“ das Fazit: Denken wir an kleine Pausen und Kleinigkeiten, die guttun, dann kommt es nicht so schnell zum wirklich großen Erholungsbedürfnis oder sogar zu Burnout.“

Von Jutta Bläsius wird erklärt, wie man Entspannungsnischen für Kinder gestaltet, die schließlich auch mal gern allein spielen. Das alleine Spielen hat auch einen Wert: Kinder, die allein spielen können und sich dabei wohl fühlen, erfahren den Wert der Eigenfürsorge, werden selbständiger und lösen sich vom Erwachsenen.

„Reise durch den Winterwald“ heißt eine Entspannungsgeschichte, die von Tanja Laupheimer erzählt wird. Sie setzt dazu Klangschalen ein.

Krippenerzieherin Tea schreibt in ihrem Blog von einer Schachtel-Woche in der Kinderkrippe.

Um ästhetische Bildung in der Krippe geht es im Beitrag von Sandra Schieler und Barbara Maria Wehrmann stellt ein Projekt zur emotionalen Wahrnehmung vor, in dem die Kinder lernen, sich die eigenen Bedürfnisse bewusst zu machen.

Das mathematische Potential in Alltagssituationen macht Simone Ehrle bewusst: zusammen den Tisch decken, für jedes Kind ein Besteck, einen Teller, einen Stuhl...

Eine Bratapfel-Mitmachgeschichte erzählt Michaela Lambrecht. Brigitte Richter steuert Ideen zu Sylvester bei. Die Ideenkiste, gepackt von Sibylle Münnich und Kerstin Hielscher, enthält Vorschläge zum Ausprobieren der Wirkung von(Raum-)Farben. Man kann den Raum mittels einer Lampe mit Wechsellicht in Farbe tauchen.

Horst Küppers schildert die frühe Kindheit in der brasilianischen Wüste.

An ErzieherInnen wird die Anforderung gestellt, auf Menschen aus vielen Kulturen zuzugehen. Bettina Gruber setzt sich im Interview mit den Mühen dieser Aufgabe auseinander. ErzieherInnen gibt sie mit auf den Weg: „Gastfreundschaft ist wichtig und so einfach: Familien in die Kita hereinbitten, Small Talk halten und etwas zu trinken anbieten. Und das Wichtigste: gemeinsam Feste feiern, die allen Spaß machen.“

Andreas Schulz stellt handlungsorientierte Methoden vor, mit denen man die Familiendynamik besser verstehen kann. Dies kann auch der Vorbereitung von Elterngesprächen dienen.

klein & groß hat eine Streitschrift von Horst Küppers, Hermann Schulz und Peter Thiesen gedruckt über den Irrweg Lernfeldkonzeption in der Erzieherausbildung. Die Autoren machen auch Verbesserungsvorschläge.

Ein Ritual „15 Minuten Advent“ wird von Rita Greine beigesteuert.

Die Kitarechtler behandeln das Thema „Läuseverdacht“. Die (unauffällige) Kontrolle der Kinder bedarf nach Ansicht der Kitarechtler keiner gesonderten Einwilligung der Eltern. Das Infektionsschutzgesetz sieht übrigens für eine Wiederzulassung zum Kita-Besuch nicht ein ärztliches Attest als Voraussetzung vor. Sollte die Kita dennoch ein Attest verlangen, kann der Träger zur Kostenerstattung an die Eltern verpflichtet werden.

klein & groß 01/15

Die Januarausgabe von klein & groß hat das Thema Entwicklung. Heute. Begleiten. Kinder auf ihrem Weg unterstützen.

Sibylle Münnich hat hierzu den Pädagogen Jan-Uwe Rogge interviewt, für den das Schlüsselwort Begleiten heißt. Wichtig ist ihm Pestalozzis Satz „Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, es sei denn mit sich selbst.“

Interessant sind die Wünsche, die Jan-Uwe Rogge für Kinder, deren Eltern und ErzieherInnen heute hat:

1. Erziehung vollzieht sich immer im Hier und Jetzt, nicht unter einer imaginären Zukunftsperspektive.

2. Erziehung nicht als Vorbereitung auf das Leben betrachten.

3. Kinder drücken aus: Nehmt mich so an, wie ich bin, und nicht, wie ihr mich gerne hättet.

Waltraud Erika Doering schreibt über Entwicklungsbegleitung – von einer Methode zu einer Haltung.

„Wer macht die Ansagen in der frühen Bildung?“ fragt Herbert Renz-Polster. Kinder müssen lernen, mit sich selbst und mit anderen klarzukommen. Sie müssen innere Stärke aufbauen und es ist ihnen Kreativität zu wünschen. Diese Kompetenzen sind wichtig und unverhandelbar. Renz-Polster wünscht den Kindern gute Beziehungen auch in der Kita: „warme Hände, offene Ohren, achtsame Herzen und ermutigende Augen“. Er nimmt die Forderungen der Deutschen Arbeitgeberverbände, von Sprachangeboten großer Konzerne und von perfekt ausgearbeiteten Programmen zur Naturforschung in den Blick. Er fragt: „Wer ist in der pädagogischen Diskussion mit welchen Interessen dabei?“

Kinder und Erwachsene formulieren ihre Wünsche und Erwartungen an Kitas und äußern ihre Meinung. Viele Ideen, wie man Kinder fördern kann, hat Marieke Göttlicher notiert. Eine davon ist der Pfannkuchen mit Gefühl. Man backt Pfannkuchen und die Kinder können den Pfannkuchen mit Äpfeln, Bananen, Trauben, Kirschen und Sahne traurige, lustige oder wütende Gesichter gestalten.

Krippenerzieherin Tea behandelt in ihrem Blog das Thema Sauberkeitserziehung. Sie schlägt dafür einen Elternabend vor mit einem Fachreferenten (Kinderarzt, Beratungsstelle). Für das Honorar sollte ein kleiner Obolus erhoben werden. Man kann den Vortrag aber auch selbst halten. Nach dem Referat plant man 5 Minuten Pause und 20 Minuten Diskussion ein. Zum Abschied bekommen die Eltern eine lustige Klorolle oder aus Knete hergestellte Mini-Töpfchen.

Die Verständigung mit Babys gelingt früher, wenn man gebärdet. Birgit Butz und Anna-Kristina Mohos zeigen Kindern Gebärden für Trinken, Appetit, Essen, Musik und für noch mal. Durch die Kindergebärden erhält das Kind bereits im Alter von 6-8 Monaten eine Möglichkeit, seine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. In diesem Alter beginnt man mit dem Gebärden.

Erste Erfahrungen mit Ton in der Kita präsentiert Heike Lehmbrink-Jäkel: „Ton ist für Kinder unschädlich und löst keinerlei Hautreizungen aus. Es passiert auch nichts, wenn einmal etwas Ton in den Mund nimmt. Jedoch sollte jedes Kind wissen, dass Ton nicht gegessen werden darf.“

Die Darmstädterin Marianne Grahm berichtet über Stadtteilerkundungen mit Kindern. In die Stadtteilerkundungen fließen Lieblingsbäume, Geheimverstecke, Kindertreffpunkte, Schwimmbad und Orte für Hobbies ein.

Kritzeleien in der Kita beschreibt Rita Greine und Karin Ulbricht reflektiert Portfoliogespräche. Dabei zeigt das Kind, was es gelernt hat. Mit den Portfoliogesprächen verbessert sich die Qualität der Beziehung zu Kindern und Eltern. Letztere erleben, wie individuell ihr Kind von der Erzieherin wahrgenommen wird.

In der Ideenkiste für den Januar geht es um Schneekristalle und Sonnenstrahlen. Horst Küppers erzählt von der Frühpädagogik in Indonesien / Lombok.

Neue Kreativitätstechniken für das ganze Team werden von Andrea Wurzer besprochen und Juliane Schmitz nimmt die Erziehungspartnerschaft in den Fokus. Sie gibt dabei auch Tipps für den Small Talk bei den wichtigen Tür- und Angel-Gesprächen, z.B.: „Tim hat heute in der Bauecke gespielt. Mit was spielt er denn zuhause gerne?“

Das Team wird ganz groß geschrieben und benötigt auch einmal die Möglichkeit, Zeit in der Kita ohne Kinder und Eltern zu erleben, um das Wir-Gefühl zu stärken. Eine Möglichkeit dazu könnte ein kreativer Betriebsausflug sein, z.B. eine Schnitzeljagd fürs Team.

Die Kitarechtler setzen sich mit dem Fall auseinander, dass einem Kind aus dem Garderobenraum ein teures Digital-Tablet gestohlen worden ist. Die ErzieherInnen wussten nichts von diesem Tablet. Die Eltern trifft ein großes Mitverschulden am Verlust, denn sie wussten, dass der Garderobenraum nicht die ganze Zeit beaufsichtigt wird und somit ein sehr unsicherer Ort für das Verwahren eines Tablets ist. Für die Eltern gilt: Pech gehabt!

Medientipps runden das Heft ab.

TPS - Theorie und Praxis der Sozialpädagogik 10/2014

Es geht um das lernende Team. Lothar Klein macht klar, dass unterschiedliche Auffassungen eine Stärke von Teams sind. Er meint, dass Kindern sowieso klar ist, dass Erwachsene verschieden sind. Seine Erkenntnis: „Wenn ich niemanden überzeugen will, fällt es meinem Gegenüber leichter, sich überzeugen zu lassen.“

Nach einer Fortbildungsteilnahme empfiehlt Klein, dass die Kollegin im Team einen kleinen persönlich gehaltenen Bericht gibt. Es sollte zur Sprache kommen, was die Kollegin besonders berührt bzw. sie ins Nachdenken gebracht hat.

Der neuen Kollegin im Team sollte eine „Eingewöhnungszeit“ zugestanden werden, in der sie die Arbeit möglichst vieler Kolleginnen kennenlernt.

Auch die „Bremsen“ im Team haben eine wichtige Rolle. Vermutlich sind sie es, die ein Team davor bewahren, dass die Unterschiedlichkeiten zu groß werden. Herbert Vogt sprach mit einigen Mitgliedern eines Rodgauer Kita-Teams über ihre Verschiedenheit.

Wie man Motivationsdefizite im Team beheben kann, erörtert Franz Will.

Maria Matzenmüller schreibt über Lernen und Reflexion im Team und die Rolle der Leitung.

Von einer guten Feedback-Kultur im Team handelt Herbert Vogts Beitrag. Er stellt einige Methoden vor, z.B. eine 15-min-aktuelle Runde zu Beginn einer Teamsitzung, in der jede/r Mitteilungen ans Team geben kann. Ein anderes Beispiel aus einer breiten Palette: zum Jahreswechsel sollte sich das Team Zeit für eine längere Sitzung nehmen. Hierbei können Leitfragen sein: Was macht uns stolz? Was bedauern wir? Was müssten wir verändern / probieren / weiterentwickeln?

Patricia A. Roth ermutigt, Konflikte im Team auszutragen, denn sie sind Entwicklungschancen.

Erfahrungen zugänglich machen ist nach Lothar Kleins Erfahrung gar nicht so selbstverständlich, aber möglich. Das Geschehen und seine Deutung sollten getrennt kommuniziert werden.

Alida Zaanen und Markus Holländer stellen den Qualitätszirkel vor als Instrument der dialogischen Erarbeitung von Qualitätsstandards.

Über Erfahrungen aus dem Bundesprojekt „Lernort Praxis“ für die fachpraktische Ausbildung von ErzieherInnen schreibt Meike Thoma. Auch Marion Menkel-Bodelle widmet sich der Praxisanleitung systematisch und qualitätsbewusst.

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte hat ein Profil erarbeitet, das die Kompetenzen beschreibt, die Praxisanleitungen erwerben sollten. Hierüber berichten Katja Fläming und Nicole Spiekermann, siehe auch ihren Hinweis auf eine kostenlose Publikation unter www.weiterbildungsinitiative.de/publikationen.

Alexandra Ulrich-Uebel erzählt davon, welche Chance zur Teamentwicklung es ist, wenn eine Kita Konsultationskita wird. Im Grunde geht es bei diesem Ansatz darum, Erfahrungen von der Praxis an die Praxis weiter zu geben. Drei kleine Regeln helfen, dass der Alltag unbeeinträchtigt bleibt: die BesucherInnen durften keine ErzieherInnen ansprechen, die mit einem Kind aktiv waren. Kinder durften sagen, wenn sie ungestört sein wollten. Nicht mehr als drei BesucherInnen sollten sich gemeinsam in einem Raum aufhalten. Die Erfahrungen waren gut.

Als eine gute Idee erweisen sich auch einrichtungsübergreifende AGs aus der Praxis für die Praxis. Hierüber berichten Maike Meyer und Nina Navigato und legen die Rahmenbedingungen dar.

Eva Douma lehrt, wie man als Leitung konstruktive Kritikgespräche führt. Über den emotionalen Umgang der Kinder zu Materialien wie Wasser, Farbe, Schaum und den Gestaltungswerkzeugen schreiben Karl Gebauer, Beatrix Schminke-Gebauer, Lisa-Marie Volkwein-Semmelroggen und Ute Wieder.

Babette Balzereit skizziert die Entwicklung des Berufsbilds von der Wärterin zur Erzieherin. Die Kinderbuchillustratorin und Autorin Manuela Olten wird von Jutta Hauser vorgestellt. Auf der letzten Seite gibt es Literaturtipps.

Welt des Kindes 1/2015

In der Welt des Kindes geht es um Kita-Teams, deren neue Aufgaben und neue Wege. Georg Roller zeigt auf, dass die Rolle als Gleicher unter Gleichen gar nicht so toll ist. Ein Team braucht die Unterschiedlichkeit. Was wäre ein Kita-Team ohne die Leiterin, die Umsetzerin, die kreative Ideengeberin, die Vernetzerin, die Teamarbeiterin und die Detailarbeiterin? Auch Mirja Wolfs macht sich Gedanken über Vielfalt in Kita-Teams nach dem Motto: „Die gute und bunte Mischung macht´s!“

Welt des Kindes vermittelt Regeln und Richtlinien für die Gruppeninteraktion nach Ruth Cohn. Informationen darüber finden sich hier.

Das Heft enthält Medientipps zur Teamarbeit in Kita-Teams.

Wie es gelingen kann, im Team Werte zu klären und zu leben, zeigt Eva-Maria Albrecht.

Frank Jansen, Geschäftsführer des Verbands katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) nimmt die Teilzeitkräfte in Teams unter die Lupe. Schließlich würden 33 % der teilzeitbeschäftigten Erzieherinnen ihre Arbeitszeit gerne erhöhen. Die Identifikation mit der Arbeit könnte dadurch steigen, wenn kein zweiter Job ausgeübt werden muss. Jansen hält Jobsicherheit für eine wesentliche Voraussetzung, sich mit allen Kräften ins Team einzubringen und die Ziele und Aufgabe der Kita mitzutragen.

Die Mediation ist eine mögliche Form der Streitbeilegung, die sich, wie Eva Justen erklärt, auch in und für Kitas eignet.

In der Serie Kita-Leitung berichtet Constance Sickel von ihren Erfahrungen mit kollegialer Beratung.

Schöne neue Kinderbücher werden vorgestellt; außerdem gibt es Fachbuch-Tipps.

Vom künstlerischen Experimentieren und kreativem Forschen in der Kinderkrippe berichtet Simone Schander. Es werden natürliche Farben, Leim und Schleim eingesetzt.

Rainer Strätz reflektiert die Eingewöhnungsphase als eine besonders interessante, manchmal allerdings auch schwierige Zeit.

Im Interview erzählt Louise Derman-Sparks von der Entwicklung des Anti-Bias-Ansatzes in den USA: „Im Kern geht es bei der Anti-Bias-Arbeit darum, zu verstehen, dass wir Menschen alle gleich und doch auch verschieden sind.“

In Bergisch Gladbach gibt es einen Waldkindergarten auf einem Friedhof. Samuel Dekempe berichtet darüber.

In der Glosse von Maren Bonacker geht es um einen nervenden Furby, der ihr Haus terrorisiert.

Das Heft hat eine Beilage mit Tipps für die Praxis zum Themenfeld "Kinder und Musik".

weltwissen Sachunterricht Heft 4/2014

Weltwissen Sachunterricht nimmt diesmal Schokolade, die süße Versuchung, unter die Lupe. Heiko Blümer hat eine Stunde vorbereitet, in der Kinder Schokolade schön in Form gießen. Das Heft enthält Anleitungen, wie man geschmolzene Schokolade zum Ausgießen herstellt, wie man eine Schokoladenfigur gießt und wie man eine Tafel Schokolade herstellt.

Die Geschichte der Schokolade hat Kerstin Michalek für Klasse 2-4 aufgearbeitet. Der Kakaobaum wird von Beate Blaseio erklärt, denn ohne Kakaobaum keine Schokolade.

Große Anbauländer, in denen es viele Kakaoplantagen gibt, sind Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien, Nigeria, Kamerun, Brasilien, Ecuador, Togo, Papua-Neuguinea, Mexiko, Kolumbien, Dominikanische Republik und Malaysia. Daniela Schmeinck erklärt die Anbaubedingungen von Kakao und die Warenströme von Rohkakao.

Gela Preisfeld und Karsten Damerau kümmern sich in ihren Unterrichtseinheiten um die Inhaltsstoffe der Schokolade und haben ein Rezept für gesunde Schokolade.

Schokotests diverser Schokoladenprodukte hat Udo Klinger für Klasse 2-4 vorbereitet. Dabei macht man mit verschiedenen Materialien eine Collage, führt kleine Experimente durch, notiert Beobachtungen und trägt die Ergebnisse in Tabellen ein.

Tillman Dreher hat knifflige Fragen rund um die Schokolade vorbereitet. Die „Frage der Woche“ in weltwissen Sachunterricht ist immer etwas zum Tüfteln für Kinder, Eltern, Großeltern und Lehrkraft. Z.B.: Warum essen wir so gerne Süßigkeiten? Macht Schokolade Pickel? Wie groß ist die größte Schokolade?

Unter welchen Bedingungen wird Schokolade hergestellt? Unterrichtsmaterial dazu hat Kerstin Michalek erarbeitet. Und Tilman Dreher schreibt über den Siegeszug der Schokolade. Rezensionen von Büchern über Schokolade runden das Heft ab. Eine Landkarte zeigt außerschulische Lernorte zu Schokolade und Kakao in Deutschland.

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